Stand: 09.01.2013 12:57 Uhr  | Archiv

Die Schleichkatze

von Aline König
Schleichkatze © fotolia, imago/ARCO IMAGES Foto: Jakub Krechowicz, matamu
Dieses kleine Viech produziert Feinschmecker-Kaffee!

Ganz genau genommen heißt das Tier, um das es heute geht Fleckenmusang. Der kommt in Asien vor und gehört zu den Schleichkatzen.Vom Aussehen her erinnert er ein bisschen an einen Waschbären, weil er auch ein schwarz-weißes Fell und eine ähnliche Zeichnung im Gesicht hat. Und genau wie Waschbären leben Schleichkatzen auch gerne in der Nähe von Menschen. Denn sie suchen gerne in deren Dachböden und Ställen Unterschlupf und durchwühlen den Hausmüll nach Essbarem.

Kaffee einmal vorne rein und hinten raus, bitte!

Neben Müll, Insekten und Würmern hat die Schleichkatze noch eine andere Lieblingsspeise: Kaffeekirschen! Das sind die roten süßen Früchte des Kaffee-Baums. Die Tiere können aber nur das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen verdauen - der Kern kommt hinten wieder raus.

Unverdaute Kaffeebohnen - edel oder eklig?

Der Kern der Kirschen ist das, was Ihr als Kaffeebohne kennt. Unter Kaffee-Kennern ist die Schleichkatze deshalb sehr bekannt, weil einige darauf schwören, dass die Kaffee aus den unverdauten Bohnen besonders toll schmeckt. Die meisten von Euch werden keinen Kaffee trinken, aber man sagt, der Kaffe aus dem Schleichkatzen-Kot schmecke besonders nussig und auch ein bisschen modrig. Das liegt daran, dass die Säfte im Magen der Schleichkatze die Bohnen außen ein bisschen aufrauen und das verändert ihren Geschmack.

Eine ganz schöne Drecksarbeit...

Hört sich jetzt nicht gerade lecker an, aber der Kaffee aus diesen Bohnen gehört tatsächlich zu den teuersten Kaffeesorten der Welt. Kopiluwak nennen die Indonsier ihn. Ein Kilo davon kostet mindestens 200 Euro und kann sogar bis zu 1000 Euro kosten. Das liegt daran, dass es sehr aufwendig ist, diesen Kaffee herzustellen. Denn die Schleichkatzen müssen ihn ja vorher fressen, wieder ausscheiden, dann muss man den Kot einsammeln, muss die Bohnen sauber machen und rösten und dann erst hat man den besonderen Kaffee.

Die feine Bohne wurde durch Zufall entdeckt

Dass der Schleichkatzen-Kaffee eine besondere Spezialität ist, wurde eigentlich in einer Notsituation entdeckt. Denn früher haben Europäische Kolonialherren in Teilen Asiens das Sagen gehabt. Dort besaßen sie große Kaffeeplantagen und haben ihren Kaffee in die ganze Welt verkauft und damit viel Geld verdient. Die arme Landbevölkerung konnte sich keinen Kaffee mehr leisten, weil der teuer ins Ausland verkauft wurde. Also haben sie die ausgeschiedenen Bohnen der Schleichkatzen aufgesammelt und haben sich den aufgebrüht. Und so ist zufällig entdeckt worden, dass der Kaffee aus dem Katzenkot einen ganz besonderen Geschmack hat.

Die Schleichkatze - macht normalen Kaffee zur wertvollen Spezialität. Ein ganz schön verrücktes Viech!

AUDIO: Hört mal rein: Die Schleichkatze (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 13.01.2013 | 08:05 Uhr