Stand: 20.04.2013 21:39 Uhr  | Archiv

Der Zweifarbenpitohui

von Aline König
Vogel Pitohui © fotolia,picture-alliance / OKAPIA KG Foto: Jakub Krechowicz, matamu,Michael Moore
Achtung giftig! Der Zweifarbenpitohui weiß, wie man sich ungenießbar macht.

Der Alptraum für Vogel-Gourmets

Der Zweifarbenpitohui lebt auf der Insel Neuguinea im Pazifik. Dort gibt es unendlich viele Vögel: Paradiesvögel, Laufvögel und auch leckere Vögel! Denn auf Neuguinea leben Menschen, die gerne Vögel futtern. Aber der Zweifarbenpitohui würde den Einheimischen niemals auf den Teller kommen. Sie sagen, sein Fleisch sei ungenießbar bitter und außerdem würde es im Mund brennen wir Chili.

So wurde der Gift-Vogel entdeckt

Vor fast dreißig Jahren hat ein Vogelforscher herausgefunden, dass der Zweifarbenpitohui nicht nur scheußlich schmeckt, sondern auch giftig ist. Er hat die Vogelarten auf Neuguinea erforscht und da ist ihm zufällig ein Pitohui ins Netz geflattert. Als er den wieder frei lassen wollte, hat er nach im gehackt und ihn so gekratzt, dass er eine Wunde am Finger hatte. Die hat er dann schnell in den Mund gesteckt. Sofort hat er im Mund ein Brennen und einen bitteren Geschmack bemerkt und auf einmal war seine Zunge ganz taub.

Ein mutiger Test

Zuerst dachte der Forscher, dass er vielleicht vorher eine giftige Pflanze angefasst hatte. Hatte er aber nicht. Da hat er den Versuch gewagt: Er hat dem Vogel eine Feder ausgerupft und die dann abgeleckt. Sofort wurde seine Zunge wieder taub. Das Betäubungs-Gift musste also vom Pitohui kommen!

Der klaut sein Gift bei anderen!

Dass ein Vogel giftig ist, ist ziemlich erstaunlich. Denn man kennt das sonst ja eher von Schlangen, Echsen oder Skorpionen. Inzwischen haben Vogelforscher allerdings herausgefunden, dass der Zweifarbenpitohui das Gift nicht wie diese Tiere selbst in seinem Körper produziert. Es stammt von den giftigen Käfern, die er frisst. Das Gift aus den Käfern lagert sich im Körper des Pitohui und in seinen Federn ab. Warum ihm das Gift nichts aus macht, weiß man nicht genau. Und auch nicht, was es dem Pitohui bringt, dass er durch seine Käfer-Mahlzeiten giftig wird.

Käfergift ist doppelt praktisch

Die Forscher vermuten aber, dass es ihm seine Fressfeinde vom Leib hält. Nicht nur die Menschen, sondern auch kleinere Raubtiere, die auf Neuguinea leben. Vielleicht könnte das Gift auch nützlich für die Körperpflege sein: Wenn das Gefieder giftig ist, dann können sich darin vielleicht auch keine Parasiten einnisten. Und das ist natürlich auch eine praktische Sache.

Der Zweifarbenpitohui - weil er giftige Käfer futtert wird er selbst nicht verspeist. Ein ganz schön verrücktes Viech!

AUDIO: Hört mal rein: Der Zweifarbenpitohui (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 21.04.2013 | 08:05 Uhr