Stand: 20.04.2013 21:28 Uhr  | Archiv

Der Seeotter

von Aline König
Seeotter © fotolia,picture-alliance Foto: Jakub Krechowicz, matamu, Hady Khandani
Gibt's ein niedlicheres Viech als den Seeotter?

Sowas: Ein Wald im Meer

Seeotter sehen so ähnlich aus wie Flussotter oder Biber. Man findet sie aber nur an der Pazifikküste in Nordamerika. Sie können ihr ganzes Leben lang auf dem Wasser bleiben, weil sie an Stellen im Meer leben, an denen viele lange Algen wachsen. Man nennt diese Stellen auch Kelp-Wälder, weil die Algen ganz lang und dicht wachsen und vom Meeresgrund bis an die Wasseroberfläche wachsen.

Die Alge als Anker

Die Kelp-Stängel benutzen die Seeotter als eine Art Anker, zum Beispiel wenn sie müde sind und ein Nickerchen machen wollen. Dann legen sie sich auf den Rücken und um nicht abzutreiben, wickeln sie sich mit einer Kelp-Pflanze ein. Dann sind sie festgebunden und können von der Strömung nicht fortgetrieben werden.

Otterkinder an der Leine

Diese Leine aus Kelp funktioniert so gut, dass auch Otter-Mütter das mit ihren Kindern machen. Wenn sie tauchen gehen, um Futter zu sammeln, dann binden sie ihre Kinder einfach mit so einem Algen-Faden fest.

Sind die süüüß!

Seeotter sind ziemlich oft die Vorlage für Zeichentrickfiguren oder Stofftiere, weil sie so niedlich aussehen. Das liegt an ihrem süßen Gesicht, aber auch daran, dass ihr Fell eigentlich ein bisschen zu groß für sie ist. Deshalb sehen sie so aus, als würden sie in einem zu großen Pelzmantel stecken.

Seeotter sind echte Haarwuchs-Wunder

Das Fell der Seeotter ist nicht nur groß, sondern auch unglaublich dicht. Sie haben nämlich nicht - wie andere Wassersäugetiere - eine wärmende Fettschicht, sondern ihr dichtes Fell schützt sie vor der Kälte im Wasser. Auf einem Stück Haut, das einen Zentimeter lang und breit ist, wachsen beim Seeotter rund 100.000 Haare. Das sind so viele Haare wie auf einem ganzen Menschenkopf! Und da so ein Otter ein 1,50 Meter lang wird, sind das verdammt viele Haare ...

Nicht nur niedlich, sondern auch schlau!

Otter haben nicht nur das dichteste Fell der Welt, sondern sie gehören auch zu den wenigen Tierarten, die Werkzeuge benutzen können. Zum Beispiel wenn sie ihr Lieblingsessen - Seeigel - verspeisen wollen: Dann legen sie sich nämlich einen Stein auf den Bauch und hauen dann den Seeigel darauf bis die Schale aufplatzt. Das tut den Ottern nicht weh, weil das Fell ja so schön dicht ist und den Schlag abfedert. Seeotter nehmen aber auch Steine in die Pfoten und hauen damit Muscheln von Muschelbänken ab. Sie sind also ganz intelligente Tiere!

Säugetier mit eingebautem Wasserfilter

Und noch was Tolles können Seeotter: Meerwasser trinken! Andere Säugetiere würden durch das ganze Salz nur noch durstiger werden. Aber die Seeotter-Niere kann das Wasser filtern. Sie ist sehr groß und arbeitet sehr effizient. So können die Otter das ganze Salz wieder ausscheiden und müssen nicht an Land gehen und Süßwasser trinken. Sie können einfach das Meerwasser um sich herum schlucken. Praktisch!

Der Seeotter: Wickelt sich gern in Algen und hat den dichtesten Pelzmantel der Welt. Ein ganz schön verrücktes Viech!

AUDIO: Hört mal rein: Der Seeotter (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 21.04.2013 | 08:05 Uhr