Stand: 25.10.2012 09:24 Uhr Archiv

Das Fingertier

von Aline König
Fingertier © fotolia, imago Foto: Jakub Krechowicz, matamu, imagebroker
Mit seinem Superfinger sammelt sich das Fingertier fette Maden aus den engsten Baumritzen.

Was ist das denn für ein Viech?

Aye-Aye, nennen die madagassischen Ureinwohner das Fingertier. So haben sie es genannt, weil es Rufe ausstößt, die so ähnlich klingen. Das Fingertier ist auf Madagaskar endemisch. Das bedeutet, es lebt nur dort und nirgendwo sonst. Das Fingertier gehört zu den Lemuren und sieht ziemlich lustig aus.  Es hat ziemlich große, grünlich-gelbe Augen. Die Augen müssen so groß sein, damit das nachtaktive Tier auch in der Dunkelheit etwas sieht. Und es hat sehr große Ohren, mit denen es exzellent hören kann. Sein langer Schwanz ist so buschig wie der eines Eichhörnchens.

Das Superwerkzeug ist immer dabei

Fingertiere sehen oft zerzaust aus. So, als wären sie gerade aufgestanden. Kein Wunder, denn sie verschlafen die Tage in ihren gemütlichen Baumnestern. In der Nacht gehen sie dann auf Futtersuche. Und hier wird's spannend. Denn die Tiere haben eine ganz besondere Art und Weise, an ihr Futter zu gelangen. Dabei kommt nämlich der Finger zum Einsatz, nach dem die Fingertiere benannt sind. Sie haben einen sehr langt, sehr dünnen Mittelfinger. Der sieht aus wie ein kleiner Zweig und eignet sich hervorragend dafür, unter der Rinde Maden und anderes Getier hervor zu pulen.

Specht und Nagetier zugleich

Nachts klettert das Fingertier an Baumstämmen entlang und klopft mit seiner Hand die Borke ab, so ähnlich wie ein Specht. Mit seinen riesigen Ohren horchte es dabei, ob es unter der Borke Hohlräume gibt, in denen Maden sitzen könnten. Und wenn es einen gefunden hat, dann nagt es ein Loch in die Rinde. Dafür hat es sehr spitze Zähne, so ähnlich wie ein Nagetier. Dann pult es mit dem sehr dünnen und auch wirklich sehr eklig aussehenden Finger diese Made heraus.

Madenfresser mit eingebautem Heizstab

Der Superfinger sieht nicht nur lustig aus. Das Aye-Aye kann ihn sogar um sechs Grad aufheizen. Dadurch wird der Finger beweglicher und so kommt das Fingertier besser an die fetten Maden in den Baumritzen. Wenn es sich satt gefressen hat, lässt das Fingertier seinen Finger-Heizstab einfach wieder abkühlen. Das spart Energie.

Das Fingertier - ein echter Langfinger, den es nur auf Madagaskar gibt. Ein ganz schön verrücktes Viech!

AUDIO: Hört mal rein: Das Fingertier (2 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 28.10.2012 | 08:05 Uhr