Stand: 11.09.2020 09:03 Uhr

Schweinepest: Till Backhaus fordert Grenzkontrollen

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) über den Bau eines  Wilschutzzaunes an der deutsch-polnischen Grenze.
Sein Land sei gut auf die Afrikanische Schweinepest vorbereitet, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD).

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern, fordert Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auf NDR Info, dass Touristen und Pendler keine Lebensmittel ins Land bringen. Außerdem verlangt er von der Bundesregierung, dass sie den Bau von Wildschutzzäunen auch auf Privatgrund ermöglichen soll. Gleichzeitig warnt Backhaus vor Panik, sie sei hier ein schlechter Ratgeber.

Seit gestern ist es offiziell: Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht. In Brandenburg wurde der Erreger im Kadaver eines Wildschweins festgestellt. Vor allem in Polen ist die Seuche verbreitet, weswegen man nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern versucht, eine Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sieht sein Land gut vorbereitet. Im Gespräch auf NDR Info verwies er auf den Schutzzaun an der Autobahn 11, der Wildschweine aus Polen abhalten soll. Ein weiterer rund 60 Kilometer langer Zaun wird derzeit an der deutsch-polnischen Grenze errichtet. In diesem Zusammenhang forderte Backhaus Hilfe von der Bundesregierung. Derzeit dürfe das Land den Zaun nicht auf Privatgrundstücken errichten. Berlin solle dies jetzt sehr schnell ermöglichen, so der SPD-Politiker.

"Alles darauf ausrichten, weitere Fälle zu vermeiden"

Außerdem, so Backhaus weiter, sollten Pendler und Touristen keine Lebensmittel ins Land bringen, speziell aus Brandenburg und Polen. Von der Bundespolizei erwarte er jetzt mehr Initiative an den Grenzen und auch schärfere Kontrollen. Sein Land teste schon seit Jahren Tiere auf den Erreger, deswegen müsse man jetzt alles darauf ausrichten, dass es möglichst keine weiteren Fälle gebe.

Nach dem Fund des infizierten Schweinekadavers in Brandenburg seien in Mecklenburg-Vorpommern Krisenstäbe und Labore hochgefahren worden. Außerdem stehe die Landesregierung im Dialog mit Bauern und Schweinemastbetrieben. Sie hätten ebenfalls zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass der Erreger in Ställe des Landes eingeschleppt werde. So seien die Betriebe abgeriegelt und es gebe dort keinen Besucherverkehr mehr. Denn der Mensch sei die Hauptursache für die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest. "Haus- und Wildschweine fliegen nicht von Afrika um die Welt", so Backhaus. Die Seuche sei der Preis der Globalisierung.

Gemeinsam der Landwirtschaft helfen

Die Landwirtschaft sei schon vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gebeutelt gewesen. Jetzt sei die Stimmung auf dem Nullpunkt, sagte der Minister. Man müsse jetzt gemeinsam den Landwirten helfen. Gleichzeitig warb er für die Sicherheit von Schweinefleisch aus Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, dies weltweit ebenfalls zu tun.

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NDR Info | Infoprogramm | 11.09.2020 | 07:08 Uhr

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