Stand: 27.07.2020 10:57 Uhr

Reisen in Risikogebiete: Schwesig für Testpflicht

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Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) fordert verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu einem Test auf das Coronavirus zu verpflichten. Sie sagte auf NDR Info, dass vom internationalen Reiseverkehr ein hohes Risiko ausgehe. Hier dürfe man jetzt nicht leichtfertig werden, sondern müsse konsequent bleiben.

"Reise ins Ausland wirklich notwendig?"

"Ich empfehle, dass sich jeder überlegt, ob eine Reise ins Ausland wirklich notwendig ist." Die Landesregierung in Schwerin prüft laut Schwesig derzeit eine Verschärfung der Quarantäneregel. Derzeit gilt: Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, muss 14 Tage in Quarantäne - es sei denn, es liegt ein aktueller negativer Corona-Test vor. In Mecklenburg-Vorpommern könnte künftig ein zweiter negativer Befund nötig sein - denn, so Schwesig, ein Test sei nur eine Momentaufnahme.

Schwesig appelliert an Vernunft

Die Ministerpräsidentin appellierte außerdem an die Vernunft der Menschen, die sich zunehmend zu Partys im Freien treffen. Auch ohne Kontaktverbote sei die Verantwortung jedes Einzelnen gefragt: "Es ist richtig, dass da, wo übertrieben wird, die Polizei solche Veranstaltungen auflöst." Der Staat könne aber nicht 80 Millionen Menschen kontrollieren. Das gemeinsame Ziel aller müsse sein, einen zweiten Lockdown mitsamt den einhergehenden wirtschaftlichen Schäden zu verhindern.

Lob für Föderalismus

Den Umgang Deutschlands mit der Pandemie bewertet Schwesig insgesamt als gut. Das schnelle zügige Handeln habe auch der Förderalismus ermöglicht. "Dadurch sind wir viel näher am Geschehen." Zwei Punkte, die besser hätten laufen können, sind aus Schwesigs Sicht die Versorgung mit Schutzausrüstung und die Einführung der Maskenpflicht.

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NDR Info | Infoprogramm | 27.07.2020 | 07:20 Uhr