Stand: 10.01.2020 10:39 Uhr

Luftfahrt-Experte: "Das war kein normaler Unfall"

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs im Iran ist ein Teil des Rumpfs an der Absturzstelle zu sehen. © dpa
Auch die Fotos vom abgestürzten Flugzeug im Iran deuten auf einen Abschuss hin, meint Luftfahrt-Experte Späth.

Der Hamburger Luftfahrt-Experte Andreas Späth hält es für unwahrscheinlich, dass ein technischer Defekt zum Absturz des Passagier-Flugzeugs im Iran geführt hat. Späth sagte auf NDR Info, Videos des Unglücks sowie Fotos von der Absturzstelle hätten ihm zu denken gegeben. "Da war mir vom Bauchgefühl schon klar: Das kann kein normaler Unfall sein - und kein technischer Defekt."

Fehlender Notruf macht stutzig

Späth erklärt seine Zweifel damit, dass ein Flugzeug selbst bei einer katastrophalen Triebwerksexplosion nicht so schnell abstürzen würde. Auch würde es normalerweise nicht so heftig Feuer in der Luft fangen, wie es ein Video aus der Unglücksnacht zeige. Fotos der Wrackteile wiesen außerdem auf Einschläge von außen hin. Und auch der plötzliche Abbruch jeglicher Kommunikation sowie ein fehlender Notruf zuvor sprechen für Späth gegen einen technischen Problemfall.

"Airlines müssen über Gefahren informiert werden"

Der Luftfahrt-Experte kritisiert im Interview mit NDR Info die fehlende Kommunikation bei möglichen Gefahren-Situationen. Zivile Airlines würden nicht darüber in Kenntnis gesetzt, wenn in einem bis dahin sicheren Fluggebiet binnen Stunden plötzlich Raketengefahr drohe. Dabei habe es genau in dieser Nacht iranische Luftangriffe auf amerikanische Stützpunkte im Irak gegeben. Radarbilder wenige Minuten vor dem Unglück hätten aber viele zivile Maschinen beim An- und Abflug gezeigt.

Laut Späth beklagt auch die Lufthansa, dass beispielsweise deutsche Fluggesellschaften keinerlei Informationen über Geheimdienste erhalten. Das würden andere Länder anders handhaben. "Da muss definitiv etwas geändert werden in Zukunft - dass Behörden, Militär, Geheimdienste mit zivilen Airlines kommunizieren, um solche Gefahren zu minimieren", sagte Luftfahrt-Experte Späth.

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In Teheran halten Trauergäste ein Plakat, auf dem Särge US-Amerikanischer Soldaten zu sehen sind und der Schriftzug "Hard Revenge".

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NDR Info | Infoprogramm | 10.01.2020 | 08:20 Uhr

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