Eine Tierpflegerin hält den Löwenkopf-Kaninchenbock Kalle im Tierheim Süderstraße in den Händen. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz

Hamburger Tierschutzverein fürchtet mehr Tierabgaben im Herbst

Stand: 23.08.2022 09:42 Uhr

Der Hamburger Tierschutzverein befürchtet, dass sich viele Menschen ihr Haustier bald nicht mehr leisten können. Grund dafür sind nicht nur die steigenden Preise für das Tierfutter und anderes Zubehör.

Auch der Besuch bei Tierarzt oder -ärztin wird ab Oktober deutlich teurer: Eine Ultraschall-Untersuchung kostet dann beispielsweise nicht mehr 42 Euro, sondern 59 Euro. Die Kosten für die Kastration eines Katers steigt von knapp 20 auf gut 30 Euro. Grund für den deutlichen Preissprung ist, dass die bisherige Gebührenordnung der Tierärzte und -ärztinnen zuletzt vor mehr als 20 Jahren umfassend überarbeitet wurde.

Anschaffung eines Tieres noch genauer prüfen

Die Konsequenz könnte sein, dass Hunde- und Katzenhalter und -halterinnen ihr Tier abgeben müssen oder sogar aussetzen, befürchtet der Tierschutzverein. Der Verein kümmert sich zum Beispiel gerade um eine ausgesetzte Katze mit Diabetes, die mühsam wieder aufgepäppelt werden musste. Möglicherweise sei sie ihrem Besitzer oder ihrer Besitzerin zu teuer geworden, vermutet der Verein. Er rät deshalb dazu, sich noch genauer zu überlegen, ob man sich ein Haustier anschaffen will und sich die Haltung auch leisten kann.

Rekord: Mehr Tiere ausgesetzt als im letzten Jahr

Sorge bereitet dem Tierschutzverein auch die zunehmende Zahl von abgegebenen oder ausgesetzten Tieren in der Urlaubszeit. In diesem Sommer ist demnach mit mehr als 200 Tieren ein trauriger Rekord erreicht worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.08.2022 | 11:00 Uhr

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