Hamburger Kassenärzte kündigen Protesttag an

Stand: 30.09.2022 19:07 Uhr

Die Hamburger Kassenärztinnen und -ärzte machen mobil gegen Karl Lauterbach (SPD). Nach Informationen von NDR 90,3 soll es Mittwoch in einer Woche den ersten Protesttag gegen Pläne des Bundesgesundheitsministers geben.

Es geht mal wieder ums Geld: Lauterbach will die sogenannte Neupatienten-Regel wieder streichen. Sie bedeutet, dass Kassenärztinnen und -ärzte das volle Honorar für einen neuen Patienten oder eine neue Patientin bekommen - und nicht mit einem Abschlag rechnen müssen wie sonst üblich. Ziel war es, dass Patientinnen und Patienten schneller einen Termin bei einem Facharzt oder bei einer Fachärztin bekommen.

NDR 90,3-Reporter Jörn Straehler-Pohl © NDR Foto: NDR
AUDIO: Kassenärzte in Hamburg planen Protesttag (1 Min)

John Afful, der Chef der Kassenärzlichen Vereinigung Hamburg (KVHH), hatte Lauterbachs Pläne schon vor Wochen kritisiert: "Die Streichung dieser Regel, die Entziehung von Geldern in diesem System, wird sich auf die Patientenversorgung auswirken."

Am 5. Oktober vormittags geschlossenen Arztpraxen

Jetzt gibt es auch in Hamburg den ersten Protesttag: Am Mittwoch, den 5. Oktober, sollen Arztpraxen vormittags geschlossen bleiben. Und weil Kassenärztinnen und -ärzte nicht streiken dürfen, ist der Protest offiziell ein Fortbildungstag: "Der Notfall in der Praxis - die Praxis als Notfall" - so der Titel der Fortbildung.

Auch in Berlin und in anderen Bundesländern gab und gibt es ähnliche Protesttage.

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Eine Ärztin misst in einer Arztpraxis in Hamburg den Blutdruck einer Patientin. © picture alliance / dpa-tmn Foto: Christian Klose

Hamburger Kassenärzte protestieren gegen Lauterbachs Pläne

Sie werfen dem Bundesgesundheitsminister Wortbruch vor - und einen Sparkurs auf Kosten von Patienten. Es geht um das Thema Honorar-Deckel. (09.09.2022) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal 18.00 | 30.09.2022 | 18:00 Uhr

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