Hamburg und Marseille wollen Antibiotika-Resistenzen erforschen

Stand: 25.05.2023 18:02 Uhr

Hamburg will zusammen mit seiner französischen Partnerstadt Marseille zu einem führenden Standort der Antibiotika-Forschung werden. Das Projekt wurde am Donnerstag mit einem Abkommen besiegelt.

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten, aber sie verlieren mehr und mehr an Wirksamkeit, weil Bakterien dagegen resistent werden. Das hat dramatische Folgen: Jedes Jahr sterben geschätzt 1,3 Millionen Menschen an Infektionen, bei denen Antibiotika wirkungslos sind. In Hamburg und Marseille gibt es jeweils sehr gute angesehene Forschungseinrichtungen, die sich mit Antibiotika-Resistenz beschäftigen. Nun wollen beide Städte ihre Kompetenzen in dem Bereich bündeln.

Kooperationsabkommen unterzeichnet

Die Universitäten Aix-Marseille und Hamburg sowie das Hamburger Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie unterzeichneten am Donnerstag in Marseille ein entsprechendes Memorandum of Understanding. Durch die Zusammenarbeit sollen neue Methoden miteinander kombiniert und Therapieansätze entwickelt werden. "Es ist wichtig, dass Antibiotika in lebensbedrohlichen Situationen, wie beispielsweise bei einer Blutvergiftung, auch wirken", sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in Marseille. Das gelinge, "indem wir nur dann Antibiotika anwenden, wenn es auch wirklich nötig ist und zum anderen, indem wir neue, wirksame Medikamente entwickeln".

Besuch im Olympiazentrum

Fegebank befindet sich derzeit anlässlich des 65-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zu Besuch in Marseille. Zuvor besuchte sie am Donnerstag das Olympiazentrum. In Marseille werden im kommenden Jahr die Segel-Wettbewerbe der Olympischen Spiele von Paris ausgetragen. Auch einige Spiele des olympischen Fußball-Turniers finden in in der Mittelmeer-Metropole statt. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sind stolz auf die Rolle als Olympia-Gastgeber. Das Großereignis wird auch für den klimafreundlichen Umbau von Quartieren genutzt.

Städtepartnerschaft seit 1958

Hamburg und Marseille sind seit 1958 Partnerstädte. Die Partnerschaft besteht damit länger als der deutsch-französische Freundschaftsvertrag von 1963.

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Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank schüttelt die Hand eines Feuerwehrmannes in Merseille. © Screenshot

Fegebank besucht Hamburgs Partnerstadt Marseille

Anlass ist das 65-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. Zu Beginn des Besuchs ging es um die Zusammenarbeit bei der Feuerwehr. (24.05.2023) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 25.05.2023 | 19:30 Uhr

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