Christian Gerloff ist neuer Ärztlicher Direktor am UKE

Stand: 10.01.2023 20:22 Uhr

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat einen neuen Chef. Seit dem 1. Januar ist Christian Gerloff dort offiziell Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. Er übernimmt das Amt von Burkhard Göke, der zum Jahreswechsel ausgeschieden ist.

Am Dienstag stellte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) Gerloff offiziell vor. Er habe sich in einem Wettbewerb mit mehrstufigem Verfahren durchgesetzt, sagte sie. Der 59-Jährige ist im UKE kein Unbekannter. Schon 2006 kam er als Leiter der Neurologie ans UKE, seit 2013 ist er stellvertretender Ärztlicher Direktor. Zudem ist er auch Vorstandsvorsitzender.

"Fachkräftemangel ist eine große Herausforderung"

Eine besonders große Herausforderung sieht er im Fachkräftemangel in den medizinischen Berufen. "Damit steht und fällt unser Erfolg in den nächsten Jahren", so Gerloff. "Wenn wir es nicht schaffen, die Menschen dafür zu begeistern, in der Medizin zu arbeiten, dann werden wir ganz viel von dem Fortschritt, den es schon gibt und den wir erreichen wollen, gar nicht umsetzen können." Ein wesentlicher Punkt dabei sei, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen und den Menschen Respekt entgegenzubringen. Aber auch Kräfte aus dem Ausland seien essentiell. "Wir müssen uns internationalisieren. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen und dann wirklich integriert werden können und in den medizinischen Berufen arbeiten", sagte Gerloff dem NDR Hamburg Journal.

Neues Herzzentrum und eine Prostata-Spezialklinik

Außerdem soll das UKE weiter ausgebaut werden, so ist unter anderem ein neues Herzzentrum geplant. "Das Herzzentrum ist natürlich ein ganz besonders großer Teil unseres Zukunftsplans", so Gerloff. "Gleichzeitig bauen wir eine neue Prostata-Spezialklinik - für Prostatakrebs." Diese solle in den kommenden Monaten, spätestens aber bis Ende des Jahres fertig werden. Außerdem soll ein neuer "Campus Forschung" entstehen - ein Zentrum, in dem speziell zu immunologischen Erkrankungen geforscht werden solle.

Gerloff sieht Chancen in der Krankenhausreform

Die aktuelle Diskussion um die Krankenhausreform sieht Gerloff als Chance, Strukturen zu verbessern. Letztendlich gehe es um die Frage "wie viel Hochleistungsmedizin möchten wir als Gesellschaft haben und wie werden wir das gemeinsam bezahlen"? Der Krankenhausmarkt werde durch die Strukturreform neu sortiert, glaubt der neue UKE-Chef. "Wir werden uns dazu bekennen, dass Kliniken, die sehr komplexe Behandlungen bringen müssen, die sie aber auch weiterentwickeln müssen, entsprechende Vorhaltekosten erstattet bekommen. So dass nicht diese ganz enge Verknüpfung da ist - immer mehr Fälle, immer mehr Geld, sondern man eine gewisse Grundausstattung hat, auf die man aufbauen kann." Nur so sei man auch gerüstet für unvorhergesehen Situationen wie Pandemien, für Notfälle, Groß-Unfälle oder ähnliches.

Laut Gerloff arbeiten im UKE aktuell etwa 14.000 Menschen. Pro Jahr werden dort 500.000 Patienten und Patientinnen medizinisch versorgt.

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Hamburg Journal | 10.01.2023 | 19:30 Uhr

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