Stand: 02.09.2020 16:58 Uhr

Airbnb muss Daten an Finanzämter weiterleiten

Der Ferienwohnungsvermittler Airbnb hat seine Europazentrale in Irland - und dort hat Hamburg nun stellvertretend für alle Bundesländer erstritten, dass die Daten aller Vermieterinnen und Vermieter offengelegt werden müssen. Airbnb hatte das jahrelang abgelehnt. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bezeichnete dies als einen großen Erfolg für die Steuerfahndung.

Hamburg gilt als Airbnb-Hauptstadt in Deutschland: Jedes Jahr vermittelt die Internetplattform mehrere Zehntausend Übernachtungen in Privatwohnungen in der Hansestadt.

Anbieter nur mit Registrierung

Um zu verhindern, dass normale Wohnungen in Ferienwohnungen umgewandelt werden, hat die Stadt vor knapp zwei Jahren bereits Maßnahmen getroffen. Auch private Anbieterinnen und Anbieter müssen sich bei der Stadt registrieren lassen, wenn sie bei Airbnb Wohnungen anbieten. Damit bekommen auch die Steuerbehörden einen Zugriff auf die Daten der Vermieterinnen und Vermieter - aber nicht flächendeckend in Deutschland. Die Hamburger Behörden wollen die Daten nun an die anderen Bundesländer weiterleiten. Rückwirkend können die Finanzämter bis zu zehn Jahre Steuern nachfordern, falls Vermieterinnen und Vermieter ihre Einnahmen verschwiegen haben.

"Die Daten werden dazu beitragen, bisher den Finanzämtern verschwiegene Einnahmen aufzuspüren, um sie der Besteuerung zu unterwerfen", sagte Dressel. Einnahmen aus Airbnb-Vermietungen sind zu versteuern, soweit sie 520 Euro jährlich übersteigen und das Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag (9.408 Euro für Singles) liegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.09.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Der Angeklagte "Milliarden-Mike" steht zu Beginn des Prozesses im Sitzungssaal. © picture alliance/dpa/dpa Pool Foto: Marcus Brandt

Bestechung: "Milliarden-Mike" und Polizistin verurteilt

Der bekannte Hamburger Betrüger hatte sich von einer spielsüchtigen Beamtin Informationen aus dem Polizeicomputer erkauft. mehr