Stand: 08.02.2019 20:45 Uhr

AKK tauft Rekord-Schiff "Kairos" in Hamburg

Prominenter Besuch aus Berlin im Hamburger Hafen: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Freitag auf Steinwerder das weltweit größte Tankschiff für verflüssigtes Erdgas (LNG) getauft. Die "Kairos" fährt für die Hamburger Firma Nauticor, eine Tochtergesellschaft des Linde-Konzerns. Kramp-Karrenbauer nannte das Schiff und die LNG-Technologie ein gutes Beispiel dafür, "dass aus neuen Ideen etwas entstehen kann, das neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze entstehen lässt und gleichzeitig für Klimaschutz sorgt". Das Schiff werde enorm dazu beitragen, auch in der Schifffahrt die CO2- und Feinstaubprobleme in den Griff zu bekommen.

Schwimmende Tankstelle

Die in Südkorea gebaute "Kairos" ist 120 Meter lang und soll künftig in Nord- und Ostsee als schwimmende Tankstelle Schiffe mit dem Treibstoff LNG versorgen, von dem sie 7.500 Kubikmeter bunkern kann. Das Schiff wird an großen LNG-Terminals in Rotterdam und in der Ostsee beladen und steuert dann nach Bedarf seine Kunden an. Nach der Taufe in Hamburg soll die "Kairos" zunächst für mehrere Jahre im Baltikum eingesetzt werden.

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120 Meter lang: Die "Kairos" fährt für die Hamburger Firma Nauticor künftig in Nord- und Ostsee.

Für die Hafenbehörde HPA erklärte deren Chef Jens Meier: "Der Hamburger Hafen hat die Einführung der LNG-Technologie von Anfang unterstützt und leistet Pionierarbeit." Sobald bei den Hafenkunden künftig Bedarf bestehe, auch LNG zu bunkern, könne nun die "Kairos" zum Einsatz kommen. Auch der Senat begrüßte die Indienststellung des Schiffes. Die nationale LNG-Initiative sprach von einem echten Meilenstein. "Mit dem Bunkerschiff wird die Versorgungskette entscheidend verbessert und das Henne-Ei-Dilemma gehört nun endgültig der Vergangenheit an", sagte der Initiator der Initiative, Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU).

Kritik von der Linken

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Ganz anders äußerte sich die Partei Die Linke. "Jeder weiß, dass LNG ein geopolitisches Projekt ist, um die Fracking-Gas-Überschüsse aus den USA auf den europäischen Markt zu bringen", erklärte Lorenz Gösta Beutin, Energie- und Klimapolitiker der Linken im Bundestag. "Kramp-Karrenbauer setzt für die Energiewende in Deutschland und Europa ein völlig falsches Zeichen. Es braucht nicht mehr Gas im Energiesystem, erst recht kein schmutziges LNG, das in den USA und in anderen Lieferländern mit der umweltschädlichen und gefährlichen Fracking-Methode gefördert wird."

LNG: Umweltfreundliche Alternative zu Schweröl

Bei LNG handelt es sich um verflüssigtes Erdgas, mit dem sich der Ausstoß von Feinstaub und Schwefeldioxid um mehr als 90 Prozent reduzieren lässt, der CO2-Ausstoß kann um rund ein Drittel gesenkt werden. LNG gilt als zukunftsträchtiger Treibstoff für die gesamte Schifffahrt und als eine umweltfreundliche Alternative zu Schweröl.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.02.2019 | 13:00 Uhr

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