Stand: 28.09.2018 08:56 Uhr

Kruses AfD-Austritt: "Anlass war Aktion in Chemnitz"

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Kruse macht die jüngsten Vorfälle in Chemnitz für seinen Austritt aus der AfD verantwortlich.

Der scheidende Fraktionsvorsitzende der AfD in Hamburg, Jörn Kruse, hat rechtsradikale Tendenzen innerhalb der AfD-Ostverbände für seinen angekündigten Parteiaustritt verantwortlich gemacht. Auslöser für seine Entscheidung seien die jüngsten Vorfälle in Chemnitz gewesen, sagte Kruse am Freitag auf NDR Info. Dort habe die AfD offen gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen gemacht. Er zeigte sich auch enttäuscht von der Bundesspitze. "Eine fast nicht vorhandene laue Reaktion des Bundesvorstandes. Da hätte die Partei deutlich sagen müssen, dass die Partei insgesamt mit Rechtsradikalen nichts zu tun hat." Das gelte insbesondere für die Landesverbände im Westen, sagte Kruse. Diese seien anders strukturiert als die Verbände in Ostdeutschland. Das hänge damit zusammen, dass die Wählerschaft im Osten anders sei, erklärte der Hamburger Politiker. "Mit bestimmten Sachen kan man im Osten punkten und im Westen nicht. Und ich bin nicht bereit, für eine Partei tätig zu sein, die im Osten gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen macht."

"Kein Schulterschluss mit Rechten in Hamburg"

Kruse nahm in seinen Ausführungen die Hamburger AfD von seiner Kritik aus. Hier gebe es keinen Schulterschluss mit Rechtsradikalen. "In Hamburg gibt es keinen Rechtsruck. In Hamburg haben wir, glaube ich, bisher eine vernünftige Politik gemacht", sagte Kruse. Er sei zuversichtlich, dass das auch in Zukunft so sein werde. Für die AfD insgesamt könne er nicht sprechen. "Das ist eine große Organisation, die regional sehr, sehr unterschiedlich ist." Kruse beklagte das schlechte Image der Partei. Das habe mit Vorfällen wie in Chemnitz zu tun. "Die Medien greifen alles auf, was in der AfD schlecht ist. Das hat den Effekt, dass in ganz Deutschland der Eindruck entsteht als sei die AfD eine sehr rechte Partei." Das geltze für weite Teile aber gar nicht, sagte er. Aber solange sich die anderen, vernüftigen Leute nicht öffentlich wehrten, bleibe dieser Eindruck. "Und das wird sich dann auch in den Wahlergebnissen im Westen niederschlagen", prophezeite Kruse.

Der Hamburger AfD-Abgeordnete Jörn Kruse, Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft. © dpa / picture-alliance Foto: Axel Heimken

Kruse: Keine gemeinsame Sache mit Nazis machen

NDR Info - Aktuell -

Der Ex-Fraktionschef der Hamburger AfD, Jörn Kruse, hat seinen Austritt aus der Partei im NDR Info Interview begründet. Die AfD habe sich nicht klar genug von Rechtsradikalen abgegrenzt.

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NDR Info | Infoprogramm | 28.09.2018 | 08:08 Uhr