Die Reportage

Die Sehnsucht nach einem anderen Leben

Sonntag, 30. September 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Ein großes weißes Gebäude - davor ein Holzschild auf dem steht: Basisgemeinde Wulfshagenerhütten. © Basisgemeinde Wulfshagenerhütten

Sehnsucht nach einem anderen Leben

NDR Info - Die Reportage -

Seit 35 Jahren lebt die Baisgemeinde Wulfshagenerhütten auf einem alten Gutshof in der Nähe von Kiel.

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Christlicher Kommunismus an der Ostsee
Eine Sendung von Michael Hollenbach

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Rund 40 Bewohner zählt die Basisgemeinde Wulfshagenerhütten.

Seit 35 Jahren lebt die Basisgemeinde Wulfshagenerhütten auf einem alten Gutshof in der Nähe von Kiel. Der christliche Anspruch der rund 40 Bewohner gründet in der Apostelgeschichte: "Alle, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam." In Wulfshagenerhütten wird die Gütergemeinschaft gelebt: wie bei den Urchristen wird alles geteilt. Das Einkommen fließt auf ein gemeinsames Konto. Jeder soll möglichst seine Bedürfnisse befriedigen und seine Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen können. Die Basisgemeinde versteht sich als eine Friedenskirche, die jegliche Gewalt ablehnt. Die Mitglieder leben verbindlich zusammen, legen eine Art Gelübde ab. Die Christen hier bilden eine eigene Gemeinde - unabhängig von den Landeskirchen. Sie lehnen u.a. die Kindertaufe ab, weil man sich bewusst für Christus und die Gemeinschaft entscheiden soll. Martin Klotz-Woock gehört zum dreiköpfigen Leitungsteam: "Unsere eigenen Kinder haben wir nicht getauft, weil wir die Taufe verknüpft haben mit der Mitgliedschaft. Bis jetzt haben wir den Modus, dass wir Neu-Mitglieder taufen. Das ist gerade auch bei uns in der Diskussion."

Den christlichen Glauben authentisch leben

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Das gemeinsame Einkommen erzielt man vor allem durch den Verkauf von Holzspielzeug.

In der Basisgemeinde gibt es keine Kommunion oder Konfirmation. Doch nun sind erstmals zwei Mädchen auf eigenen Wunsch zum Konfirmandenunterricht in die Kirchengemeinde im benachbarten Gettorf gegangen. Man öffnet sich und stellt eigene Prinzipien zur Disposition: "Dass wir nicht denken, es geht nur über unser Verständnis von Theologie und Nachfolge. Wenn das jemand in Gettorf machen will, da ist auch der Geist Gottes und da kann er ihm auch begegnen." meint Martin Klotz-Woock. Nachfolge bedeutet für die Basisgemeinde: den christlichen Glauben authentisch leben; keine von oben organisierte Versorgungskirche. Nächstenliebe für Bedürftige, und auch politisches Engagement - zum Beispiel gegen die Atomenergie, aber auch für engagierte Christen in El Salvador. Die Basisgemeinde ist keine Sekte, keine dogmatisch festgezurrte Glaubensgruppe. Das gemeinsame Einkommen erzielt man vor allem durch den Verkauf von Holzspielzeug. Funktioniert so ein urkommunistisches Modell? Oder grenzt es sich sektenartig von der Außenwelt ab?

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Die Sehnsucht nach einem anderen Leben

30.09.2018 06:30 Uhr

Das Manuskript der NDR Info Reportage "Die Sehnsucht nach einem anderen Leben - Christlicher Kommunismus an der Ostsee" als PDF-Dokument. Download (151 KB)