Die Reportage

Blackout

Sonntag, 27. Mai 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Podcast Info Die Reportage Mediathekbild © fotolia.com Fotograf: Sergej Seemann

Blackout - Planspiele für den Notfall

NDR Info - Die Reportage -

Blackout! Hamburg ohne Strom? Immer wieder wird dieses Szenario von den Netzbetreibern durchgespielt. Wie funktioniert das Planspiel?

4,38 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Planspiele für den Notfall
von Sven Ahnert

Bild vergrößern
In Zeiten erneuerbarer Energien und eines liberalisierten Strommarktes sind Stromnetze zu störanfälligen Energieadern geworden.

Nichts geht mehr, eine Stadt liegt im Dunklen, kein Kühlschrank brummt mehr, die S-Bahn steht still, in den Krankenhäusern springen die Notstromaggregate an. Blackout! Hamburg ohne Strom? Denkbar?! Immer wieder werden von den Netzbetreibern großflächige Stromausfälle durchgespielt, die Wege aus einem möglichen Blackout aufzeigen sollen: Stromnetz Hamburg, die kommunale Eigentümerin des Stromverteilungsnetzes, hat sich auf dieses Szenario vorbereitet. Denn in Zeiten erneuerbarer Energien und eines liberalisierten Strommarktes sind Stromnetze zu störanfälligen Energieadern geworden. In einem flachen, unscheinbaren Zweckbau in Hamburg sitzt die Netzführung von Stromnetz Hamburg - dem kommunalen Stromnetzbetreiber. 28.000 Kilometer unterirdisch verlegte Kabel sorgen dafür, dass jedes Unternehmen und jeder Haushalt mit Strom versorgt wird. Und wenn es einmal dunkel wird: Vom kleinen Schaden im Stromverteilerkasten bis hin zur großen Krise laufen in der Netzführung alle Fäden zusammen. Hier sitzt Olaf Zühr: "Ich bin Leiter der Netzführung und damit verantwortlich für die Hochspannungs- und Mittelspannungswarte und das Störungsmanagement, wo auch der Kunde anrufen würde, wenn er bei sich privat ein Problem hat oder bei uns ein Kasten umgeknickt wäre, aus welchen Gründen auch immer. Dann würden die Kollegen von mir anrufen und sich da melden."

Das Wort "Blackout" wird nicht gerne gehört

Das Wort "Blackout" wird nicht gerne gehört, ist aber nicht erst seit dem gleichnamigen Bestseller von Marc Elsberg auch bei Stromnetz Hamburg in allen Köpfen. Der Thriller beschreibt, wie das europäische Stromnetz von einem Hacker gekapert wird. Dieses Szenario wird von den Profis der Netzbetreiber mit einem Lächeln quittiert. Dennoch werden Vorkehrungen für einen möglichen Krisenfall getroffen. Olaf Zühr dazu: "Wenn ganz Hamburg dunkel wäre, womöglich sogar in Deutschland, dann gibt es eine Institution, die nennt sich ZKA der Stadt Hamburg: Der Zentrale Katastrophendienststab. Da haben wir auch einen Verbindungsmenschen, der sich dorthin begeben würde. Es gibt eine rote Leitung, die "Blackout-"sicher ist und dann würde gemeinsam mit der Stadt und noch vielen anderen Institutionen gegebenenfalls dem THW etc. an dieser Situation gearbeitet werden - in Abstimmung untereinander. Dann gibt es tatsächlich Pläne und Grundkonzepte, die wir auch mit den Kollegen trainieren."

Besuch bei Hamburgs Stromanbietern, Kraftwerken und Netzbetreibern. Wie funktioniert das Planspiel "Blackout"? Für Spannung ist gesorgt.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/info/sendungen/die_reportage/Blackout,sendung769484.html