Unsere Geschichte

Weihnachten auf dem Land

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 10:00 bis 10:45 Uhr

Sei es auf Hallig Hooge, auf einem Campingplatz in Ostholstein an der Ostsee oder in einem Wohnwagen, der nahe Lübeck steht: Kinder vom Land haben ganz eigene Erinnerungen an Weihnachten. Dieser Film begibt sich auf die Reise in die besinnliche Jahreszeit der 1940er- bis 1970er-Jahre. Mehrere Menschen aus Norddeutschland, die auf dem Land aufgewachsen sind, erinnern sich. Bilder aus privaten und historischen Archiven lassen die Geschichte ihrer Kindheit an Weihnachten lebendig werden.

Krippenspiele mit Gutsbesitzer-Kindern

Foto von Edith Kollecker, Jahrgang 1934, als Kind. © NDR/privat
Edith Kollecker, Jahrgang 1934, wuchs als Flüchtlingskind aus Pommern in Oldenburg auf.

Edith Kolleker ist nach der Flucht aus dem heimatlichen Pommern im niedersächsischen Petersdorf bei Oldenburg aufgewachsen. Ihre ersten Weihnachtserinnerungen spielen sich rund um ein herrschaftliches Gut in Pommern ab, inklusive Schlittschuhlaufen auf dem Schlossteich und Krippenspiele mit den Kindern der Gutsbesitzer. Das erste Weihnachtsfest nach der Flucht ist für sie mit einer guten Erinnerung verbunden, dank einer herzlichen Bäuerin, die Lebensmittel gegen eine Puppe für das Flüchtlingskind tauschte.

Weihnachten in der Schausteller-Familie

Peter Belli ist ein Kind der 1960er-Jahre. Sein Zuhause war ein Wohnwagen, der über die Wintermonate einen festen Platz bei Lübeck hatte. Peter Belli ist in einer Schausteller-Familie groß geworden, die über die Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein zog. Die Pappwand des Wohnwagens war so dünn, dass seine Bettdecke von innen festgefroren ist. Weihnachten selbst war in seiner Familie eine eher kurze Angelegenheit: Die Mutter holte den Weihnachtsbaum für zwei Stunden aus dem Schrank, dann gab es den Umschlag mit Geld und schon war es vorbei, das Fest.

Claudia Reshöft ist mit ihren acht Geschwistern in den 1960er-Jahren auf einem Campingplatz an der Ostsee aufgewachsen. Sie war die Jüngste und dachte, sie hätte das Christkind gesehen, als der Vater Licht im Wohnzimmer aufbaute.

Land unter auf der Hallig - Weihnachten ohne Kirchgang

Die Kirche auf der Hallig Hooge. Hier findet traditionell das Krippenspiel statt. © NDR/Anika Giese
Die Kirche auf der Hallig Hooge: Hier findet traditionell das Krippenspiel statt.

Karen Tiemann ist ein Kind der 1970er-Jahre und hat Weihnachten immer auf der Hallig Hooge verbracht. Mit dem Schlitten ging es die Warften hinunter, mit den Schlittschuhen aufs Eis der Priele. Als sie acht Jahre alt war, konnte die Familie nicht in die Kirche gehen, es hieß: Land unter! Geschenke wurden aus dem Katalog bestellt. Der Weihnachtsbaum im Pesel des Elternhauses stand immer an der gleichen Stelle. Noch heute begeht sie das "Fest der Liebe" dort.

Regie
Anika Giese
Autor/in
Anika Giese
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Bettina Wieselhuber
Redaktion
Sabine Reifenberg
Ein Lebkuchenmännchen hängt in einem Tannenbaum © photocase Foto: AntonioGravante

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