Sendedatum: 10.03.2019 19:30 Uhr

Zeitreise: Wilhelm Hansen, das filmische Gedächtnis Schleswigs

von Thomas Kahlcke

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Wilhelm Hansen vermachte dem Stadtmuseum Schleswig wertvolle Aufnahmen, die den Strukturwandel der Stadt zeigen.

Es ist ein einmaliger Schatz: 600 Super 8 Filme aus der Hand eines gewissen Wilhelm Hansen besitzt das Stadtmuseum Schleswig. Sie lagern in feuerfesten Stahlschränken - sicher, aber auch kaum zugänglich. Erst wenige dieser Filme sind bislang digitalisiert; unzählige Stunden Material liegen ungesehen im Magazin des Museums. Dabei bieten die Amateuraufnahmen einmalige Einblicke in die Geschichte der Stadt. Zunächst in schwarz-weiß, später in Farbe zeigen sie das Stadtleben ohne jegliche Wertung - so, wie es früher war.

20 Jahre Schleswiger Filmgeschichte

Wilhelm Hansen war von Beruf Lehrer an der Schleswiger Domschule. Seit Mitte der 1950er Jahre galt seine Leidenschaft dem Filmen. Er kaufte sich eine Kamera und nahm damit alles auf, was sich in der Stadt tat: Alltagsszenen auf dem Markt und Schützenfeste, Hochzeiten und Beerdigungen, Brände, Prominentenbesuche und mit besonderem Interesse jegliche Bauvorhaben in der Stadt. So dokumentieren die Filme gut 20 Jahre Schleswiger Geschichte in kleinen und großen Ereignissen. Jeder Schleswiger kannte Wilhelm Hansen zu seinen Lebzeiten als den Mann mit der Kamera.

Ein Ausschnitt aus einem alten schwarz-weiß Foto zeigt Wilhelm Hansen aus Schleswig. © NDR

Wilhelm Hansen - das Gedächtnis Schleswigs

Schleswig-Holstein Magazin -

Mit einer Super-8-Kamera ist Wilhelm Hansen zwischen 1955 und 1978 in Schleswig unterwegs. Er filmt alles, was sich in der Stadt tut - und erschafft damit einen historischen Schatz.

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Strukturwandel auf eintausend Filmrollen

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Nach und nach werden die Super 8 Filme gesichtet und digitalisiert.

Als Hansen 1978 starb, vermachte er dem Schleswiger Stadtmuseum 600 seiner insgesamt etwa 1.000 Filmrollen. Sie sind nicht nur für die Schleswiger interessant. Die Filme zeigen sozusagen nebenbei einen Strukturwandel, wie er auf viele Städte in Deutschland zutraf: den Verlust der inhabergeführten Geschäfte zugunsten großer Märkte etwa, die Verödung der Innenstädte oder die großen Straßenbauprojekte als Antwort auf die immer weiter wachsende Mobilität. Wegen der besonderen Bedeutung des Materials arbeiten die Mitarbeiter des Museums daran, weitere Filme zu digitalisieren und in einer Medienstation zugänglich zu machen - damit die Schleswiger und ihre Besucher immer tiefer eintauchen können in das frühere Leben in ihrer Stadt.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.03.2019 | 19:30 Uhr