Sendedatum: 28.07.2019 19:30 Uhr

Zeitreise: Wie der Kuhschädel zum Wacken-Kult-Logo wurde

von Sven Jachmann

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Aus seinem Entwurf wurde ein Kult-Symbol: Mark Ramsauer zeichnete mit 19 Jahren den Kuhschädel.

Das Wacken Open Air hat sich seit den Anfängen 1990 mit einem Familienfestcharakter in ein hoch kommerzielles Mega-Event entwickelt. Die Idee für das W:O:A entstand 1989 bei einem gemeinsamen Besuch von Thomas Jensen und Holger Hübner im Landgasthof "Zur Post" von Hans-Jörn Arp in Wacken. Jensen und Hübner lebten in Wacken und waren befreundet, Jensen spielte den E-Bass bei der Rock- und Coverband "Skyline". Der Platz war schnell gefunden, die Wahl fiel auf eine unscheinbare Sandkuhle unweit des Dorfes. Am 24. und 25. August 1990 traten insgesamt sechs Bands auf. Die Gruppen versprühten damals durchweg Lokalkolorit und der Eintrittspreis lag bei "kumpeligen" zwölf D-Mark. Immerhin 800 Fans waren dabei.

Das Logo des Wacken Open Airs: Ein riesiger flammender Kuhschädel dient als Bühnenverzierung beim Festival.

Wackens Kuhschädel: Die Geburt eines Kult-Logos

Schleswig-Holstein Magazin -

Das Wacken Open Air erlebt seine mittlerweile 30. Auflage. Mark Ramsauer gehörte zu den Männern der ersten Stunde: Er entwarf das berühmte Logo fürs Heavy-Metal-Festival.

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Als ein Logo erwachte

Kurz bevor das erste Festival an den Start ging, wollte Thomas Jensen schnell noch ein Logo. Mark Ramsauer, ebenfalls aus Wacken, sollte es zeichnen. Er war in der Lehre zum Molkereifachmann und zeichnete nebenbei Comics. Thomas Jensen sagt heute - 30 Jahre danach: "Mark ist ein Riesentyp, ein ganz alter Kumpel von uns. Wir waren damals auf vielen Konzerten zusammen unterwegs. Und er konnte super zeichnen. Auch Ramsauer erinnert sich: "Erst wollte Thomas eine Whiskeyflasche haben, so ähnlich wie die von Jack Daniels. Aber ich befürchtete, dass wir dann rechtliche Probleme bekommen würden." Auch ein zweiter Entwurf, eine Kombination aus Peace-Zeichen und Totenkopf, funktionierte nicht wirklich.

Auch auf T-Shirts sah es gut aus

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Der Bull-Head: Das berühmte Logo des Festivals ist mittlerweile auf vielen Produkten zu sehen.

Schließlich sagte Thomas Jensen, dass wir irgendwie einen Schädel brauchen, "aber keinen Totenkopf, sondern was anderes". Und wieder machte sich der damals 19-Jährige ans Werk. "Ich blätterte in diversen Magazinen, um eine Ahnung zu bekommen, wie so was aussehen könnte." Schließlich zeichnete er den berühmten Bull-Head, den Kuhschädel. "Den habe ich dann auch nur dieses eine Mal gezeichnet - und das war die Vorlage für alles andere." Thomas Jensen war begeistert - zumal das auch auf T-Shirts gut aussah. Sofort ließ er einige Shirts drucken. Beim ersten W:O:A 1990 trug er selbst eins.

Superlative eines Festivals

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Ganze zehn Meter hoch und aus purem Stahl: Zum Aufbauen des Kult-Symbols wird sogar ein Kran benötigt.

Wie das Festival auch, nahm der Bull-Head immer größere Formen an. 1997 wurde das Logo in Stahl gegossen, 2013 durch einen noch größeren ersetzt: zweieinhalb Tonnen schwer, rund zwölf Meter breit und zehn Meter hoch. Der Schädel ist allgegenwärtig. "Einige lassen sich das sogar tätowieren“, lacht er. "Wenn ich mir heute den Schädel anschaue, dann erfüllt mich das auch mit Stolz. Wer kann schon von sich behaupten, dass er etwas entworfen hat, das die ganze Welt kennt?"

Thomas Jensen ist heute immer noch begeistert von dem Festival-Logo: "Der Bull-Head gehört zu uns. Er steht auch ein bisschen für den norddeutschen Sturkopf, der sich nicht verbiegen lässt." Der Zeichner von damals ist inzwischen Abteilungsleiter in einem Molkereibetrieb. Dem Zeichnen ist er nicht treu geblieben. "Das beruflich zu machen, dazu fehlte mir damals der Mut."

Über die Entstehung eines weltberühmten Logos, die berühmte Mistgabel als Fingerzeig und 30 Jahre Heavy Metal auf der Bühne: In unserer Zeitreise blicken wir auf das einzigartige Festival und seine Macher zurück.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.07.2019 | 19:30 Uhr

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