Sendedatum: 01.01.2018 19:30 Uhr

Zeitreise: Die Sünderdatei wird 60 Jahre alt

In einem Auto sind Geräte zur Geschwindigkeitserfassung angebracht. © NDR
Trotz moderner Mittelm um Raser zu erwischen, stieg die Zahl der Unfälle in den 1950ern rasant.

Eine rote Ampel, ein übersehener Blitzer oder die genommene Vorfahrt - jeder Autofahrer weiß: Das kostet. Und Punkte gibt es auch. Rund zehn Millionen Menschen sind in Deutschland Verkehrssünder - so viele Personen sind aktuell im Fahreignungsregister in Flensburg. Denn hier werden die Punkte registriert. Als es vor 60 Jahren eingeführt wurde, hieß es noch Verkehrszentralregister (VZR). Auf Deutschlands Straßen machte sozusagen noch jeder, was er wollte. Es herrschten chaotische Zustände in den 1950er-Jahren: Innerhalb von Ortschaften gab es keine Tempolimits, an ein Alkoholverbot am Steuer oder eine Promillegrenze war ebenfalls noch nicht zu denken.

Rasanter Anstieg der Unfallzahlen

Zwar wurden schon damals modernste Mittel eingesetzt, um Raser zu erwischen. Aber die Zahl der Unfälle stieg rasant an. Mitte der 1950er-Jahre waren es pro Jahr mehr als 12.000 Menschen, darunter viele Kinder. Um der steigenden Unfallrate entgegenzuwirken, lenkte die Politik ein. Der damalige Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm beschloss, das VZR einzurichten.

Datenschutz per Hand

Offiziell wurde die Arbeit am 2. Januar 1958 aufgenommen. Und von nun an bekam jeder Sünder eine Lochkarte im Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. In speziellen Drehständern wurden die Sünderkarten gelagert. Jedes Namensschild wurde per Hand eingepflegt, erinnert sich auch der ehemalige KBA-Präsident Ekhard Zinke noch heute. Der Datenschutz sah nach Feierabend wie folgt aus: Ein großes Tuch wurde übergeworfen, das Ganze per Vorhängeschloss gesichert.

Blick in 60 Jahre Sünderdatei

Mittlerweile sind 80 Prozent aller Akten digital erfasst. 180 Mitarbeiter kümmern sich um das Einpflegen der Punkte. In unserer Zeitreise blicken wir auf die vergangenen 60 Jahre Sünderdatei zurück. Erklären, warum sie damals eingeführt wurde und wie sich die Arbeit über die Jahrzehnte verändert hat. Mit alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen bekommen auch Sie als Zuschauer einen Eindruck über die Zustände auf den Straßen in den 1950er- und -60er-Jahren.

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Dampflokomotive aus dem 19. Jahrhundert. © dpa - report Foto: Votava

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Schleswig-Holstein Magazin | 01.01.2018 | 19:30 Uhr

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