Sendedatum: 26.05.2019 19:30 Uhr

Zeitreise: Als Fernsehen noch analog war

von Thomas Kahlcke

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Seit Anfang 2019 ist das analoge Kabelfernsehen in Deutschland abgeschaltet. In unserer Zeitreise erinnern wir an das analoge Medienzeitalter.

Wir streamen Musik jederzeit und überall auf dem Handy, rufen Sendungen in Mediatheken ab und sehen sie uns auf ultraflachen Bildschirmen an, wann immer wir wollen: Die Digitalisierung hat das Medienverhalten ebenso wie die Geräte, die wir dazu benötigen, radikal verändert. Manche jüngeren Leute wissen schon nicht mehr, was eine Schallplatte ist. Dass man sparen muss, um sich eine Stereoanlage leisten zu können, ist außerhalb ihres Vorstellungsbereiches.

Eine alte schwarz-weiß Aufnahme: Eine Familie hat sich ein TV-Gerät zugelegt und sitzt im Wohnzimmer zusammen, um es von allen Seiten zu betrachten.

Zeitreise: Die Anfänge des Rundfunks

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Digitalisierung hat die Mediennutzung verändert. Doch das analoge Zeitalter ist noch gar nicht so lange vorbei. Die Ausstellung "Die Welt im Wohnzimmer" in Elmshorn erinnert daran.

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"Die Welt im Wohnzimmer"

Dabei ist das analoge Zeitalter der Medien noch gar nicht so lange her. Die Ausstellung "Die Welt im Wohnzimmer", die das Industriemuseum Elmshorn im Rahmen seines Projekts "773 Schritte - Königstraße Elmshorn" eingerichtet hat, führt mitten hinein. Sie zeigt Geräte, Fotos und Dokumente - vor allem aus den 1950er bis in die 80er-Jahre, wie man sie zu jenen Zeiten in vielen Haushalten in jedem Ort Schleswig-Holsteins finden konnte. Wir haben uns mit Menschen verschiedener Generationen die Ausstellung angesehen. Kaum haben sie den Raum betreten, sprudeln bereits die Erinnerungen.

Als Fernsehen ein Gemeinschaftsereignis war

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In der Geburtsstunde des Fernsehens sind die Geräte für viele nicht bezahlbar. Sie verfolgen das Programm durch die Schaufenster der Fachhändler.

Die ersten Fernsehgeräte etwa: Kaum jemand konnte sich ein Exemplar leisten. Ein Fernseher kostete mehrere Monatslöhne eines Arbeiters. Also traf man sich zu großen Ereignissen - wie der Krönung Elisabeths II. oder der Fußball-Weltmeisterschaft - vor den Schaufenstern der Fachgeschäfte. Ganze Menschentrauben verfolgten dort das Geschehen auf den Bildschirmen. Überhaupt war Fernsehen zunächst ein Gemeinschaftsereignis: Zu den Familien, die bereits ein Gerät besaßen, kamen oft die Nachbarn, um mit den Eigentümern gemeinsam fernzusehen.

Qualität und Wertschätzung

Luxusware, Statussymbol, Gemeinschaft stiftendes Objekt: Diese Qualitäten führten auch zu einer besonderen Wertschätzung. Die Radios und Fernseher, Plattenspieler und Tonbandgeräte wurden gepflegt und, wenn es nötig war, repariert. Ein neues kam erst ins Haus, wenn es gar nicht mehr anders ging. Ernst-Anton Wonnenberg etwa bekam als Jugendlicher ein Kofferradio, das ihn 50 Jahre lang begleitete. Es funktioniert noch heute. Für junge Leute im digitalen Wegwerf-Zeitalter ist dies ebenso unvorstellbar wie die Vorfreude auf eine Sendung, die zu einer festgelegten Uhrzeit lief und auf deren Ausstrahlung man warten musste.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 26.05.2019 | 19:30 Uhr