Forscher in weißen Kitteln klettern einen Berg hoch, auf dessen Spitze eine Spritze steht.

Wer kann wann geimpft werden?

Stand: 04.12.2020 14:56 Uhr

Wann steht ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung? Wer bekommt ihn zuerst, und wer entscheidet darüber? Wer finanziert die Forschung, wer profitiert? Diesen und anderen Fragen geht der NDR nach und veröffentlicht hier seine Recherchen zur Corona-Impfstoffentwicklung.

von Christian Baars, Oda Lambrecht

+++ Aktuell +++

Pfizer: Weniger Dosen bis Jahresende wegen Problemen in der Lieferkette

4.12.20: Eine Sprecherin des US-Konzerns Pfizer, der zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech einen Corona-Impfstoff entwickelt hat, hat erklärt, warum die Firmen weniger Dosen bis Jahresende produzieren als zwischenzeitlich erwartet. Sie sagte dem "Wall Street Journal", dass es unter anderem Probleme in der Lieferkette gegeben habe. Deshalb hätten sie ihr Ziel reduzieren müssen. Im Sommer hatten Pfizer und Biontech noch davon gesprochen, bis zu 100 Millionen Dosen ihres Impfstoffs bis zum Jahresende herstellen zu können. Seit einigen Wochen hatten die Unternehmen jedoch nur noch von 50 Millionen Dosen gesprochen. Das Problem soll jedoch mittlerweile gelöst sein, sodass die Firmen an ihrem Produktionsziel von mehr als einer Milliarde Dose im kommenden Jahr festhalten.

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Fahnen der Firma Biontech. © dpa

Pfizer und Biontech haben Probleme in der Lieferkette dafür verantwortlich gemacht, dass sie ihr zwischenzeitlich kommuniziertes Ziel erreichen. extern

Weitere wichtige Infos in Kürze:

  • Großbritannien hat einen ersten Impfstoff nach Abschluss einer großen Wirksamkeitsstudie zugelassen. Die ersten Impfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer sollen dort kommenden Woche starten. In der EU und den USA prüfen die Behörden noch eine mögliche Zulassung. Zwei weitere Impfstoff-Kandidaten stehen kurz vor einer möglichen Zulassung: von der US-Firma Moderna sowie der des britischen Konzerns AstraZeneca und der UniOxford. Alle drei Impfstoffe haben nach Angaben der Unternehmen in abschließenden Studien eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind demnach nicht aufgetreten.
  • Die EU hat sich bereits die Lieferung von bis zu knapp zwei Milliarden Dosen gesichert. Sie hat entsprechende Vereinbarung mit mittlerweile sechs Unternehmen getroffen. Deutschland stehen dem Bevölkerungsanteil entsprechend davon 18,6 Prozent zu. Das wären etwa 365 Millionen Dosen. Hinzu kommen bilaterale Vereinbarungen mit den deutschen Herstellern Biontech, Curevac und IDT Biologika.
  • In Deutschland laufen die Vorbereitungen für das Impfprogramm. Nach einer Zulassung sollen möglichst schnell Millionen Menschen geimpft werden können. Dafür sollen eigens Impfzentren eingerichtet werden. Eine große Herausforderung ist die Lagerung und der Transport. Denn der Impfstoff von Biontech / Pfizer muss bei -70 Grad aufbewahrt werden. Die anderen beiden aussichtsreichen Kandidaten können bei höheren Temperaturen gelagert werden (Moderna: -20 Grad // AstraZeneca / Uni Oxford: 2 bis 8 Grad).

 

Weitere Informationen
Screenshot der Archiv-Seite des Tickers zur Jagd nach dem Impfstoff.

Weitere Meldungen: Infos zur Impfstoff-Suche

Die Meldungen zu echten oder vermeintlichen Erfolgen bei der Jagd nach dem Impfstoff häufen sich. Hier eine Übersicht. mehr

Podcast zur Jagd nach dem Impfstoff

Die Corona-Impfstoffentwicklung geht in die heiße Phase. Oda Lambrecht und Christian Baars informieren in einem wöchentlichen Podcast über "Die Jagd nach dem Impfstoff" - im Rahmen der Reihe "Wirtschaft in Zeiten von Corona". In der aktuellen Folge geht es um die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um Millionen Menschen zu impfen. Der NDR hat alle 16 Bundesländer zum Stand der Vorbereitungen befragt.

 

Überblick: Das Rennen um den Corona-Impfstoff

Schon jetzt werden Impfstoffe an Tausenden Freiwilligen getestet. Hier ein Überblick über die Projekte, die am weitesten fortgeschritten sind. Infos zu den Impfstoff-Kandidaten bekommen Sie durch einen Klick auf das jeweilige Entwickler-Team. Die klinische Prüfung ist in verschiedene Phasen unterteilt - mehr dazu in der Bildergalerie unten auf dieser Seite.

Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Einige Impfstoffe haben in einigen Ländern vor Abschluss der Studien eine Notfallzulassung erhalten. Sie dürfen damit eingeschränkt eingesetzt werden.

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