Welche Ansätze für Corona-Impfstoffe gibt es?

Weltweit suchen Forscher nach einer Möglichkeit, Menschen vor einer Ansteckung gegen das neue Coronavirus zu schützen. Sie verfolgen dabei verschiedene Strategien.

Impfstoffe mit inaktivierten Viren

Diese Impfstoffe enthalten abgetötete oder abgeschwächte Viren. Diese inaktiven Krankheitserreger können sich im Körper nicht mehr vermehren. Dennoch erkennt sie das Immunsystem als Fremdstoff und bildet Antikörper. Diese Antikörper sollen schließlich vor dem Virus schützen. Bei der Suche nach einem Mittel gegen das neuartige Coronavirus forschen etwa die chinesischen Pharmafirmen Sinovac und Sinopharm sowie Bharat Biotech in Indien an dieser Art Impfstoffen.

Protein-basierte Impfstoffe

Im Gegensatz zu den klassischen Impfstoffen enthalten diese Impfungen keine ganzen abgetöteten oder abgeschwächten Viren, sondern nur bestimmte Eiweiße – also Proteine - des Virus. Das Immunsystem bildet dann Antikörper gegen diese Proteine. Oft müssen für eine ausreichende Immunantwort sogenannte Verstärkersubstanzen (Adjuvantien) hinzugefügt werden. An protein-basierten Impfstoffen gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 forschen unter anderem das chinesische Unternehmen Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical und die US-Firma Novavax.

Impfstoffe mit Vektor-Viren

Vektor-Impfstoffe basieren auf einem entschärften Trägervirus, das für Menschen nicht schädlich ist, wie etwa ein abgeschwächtes Masern- oder Pockenvirus. Dieses Trägervirus wird auch viraler Vektor genannt. Dieser dient damit als eine Art Transporter für Teile des Erbmaterials des neuen Virus. Dieses Erbmaterial ist eine Art Bauplan für bestimmte, spezifische Proteine des neuen Coronavirus. Wenn diese genetischen Informationen in die Zelle gelangen, baut der Körper sie nach. Und auf diese Proteine reagiert das Immunsystem und bildet Antikörper. So soll so das neue Virus abgewehrt werden. An solchen Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus arbeiten Wissenschaftler*innen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), der Uni Oxford und des chinesischen Unternehmens Cansino.

Genbasierte Impfstoffe

tagesschau.de
Link

Chancen und Gefahren der Gen-Impfstoffe

Die Forschung dazu läuft schon lange: Durch die Corona-Pandemie wird wieder über genbasierte Impfstoffe diskutiert. Welche Chancen bieten sie - und welche Risiken gibt es? extern

Bei diesem neuen Ansatz werden keine Viren oder Teile von Viren geimpft, sondern ein Teil des Virus-Erbgutes. Diese genetische Information in Form von DNA (Deoxyribonucleic Acid, bzw. Desoxyribonukleinsäure (DNS)) oder mRNA (Messenger Ribonucleic Acid, Boten-Ribonukleinsäure) werden in Zellen geschleust. Dort dienen sie als Baupläne für bestimmte Oberflächenproteine des neuen Virus, die zwar ungefährlich sind, aber dennoch dazu führen, dass der Körper einen Immunschutz gegen die Proteine und damit die Viren aufbaut. Ein Vorteil von DNA- und mRNA-Impfstoffen wäre, dass sie schnell und günstig in großen Mengen hergestellt werden könnten. Allerdings gibt es bislang keinen einzigen Impfstoff, der auf dieser Methode beruht. Derzeit kann also niemand sicher vorhersagen, ob sie tatsächlich funktionieren wie erhofft. Firmen, die an mRNA-Impfstoffen arbeiten, sind unter anderem die beiden deutschen Unternehmen Biontech und Curevac sowie Moderna in den USA. Wirkstoffe mit DNA-Molekülen entwickeln unter anderem die Firmen Inovio in den USA, Anges in Japan oder Cadila in Indien.

Die Jagd nach dem Impfstoff

Wann ist ein Corona-Schutz da?

Weltweit suchen Forscher unter Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der NDR berichtet über die Suche und gibt einen Überblick über den Stand der Entwicklung. mehr