NDR WissensCheck

Rettung für die Bienen?

Montag, 24. September 2018, 21:00 bis 21:45 Uhr
Mittwoch, 26. September 2018, 06:35 bis 07:20 Uhr

Honigbiene auf einer Blüte © NDR/Labo M GmbH

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Das Bienensterben ist ein weitreichendes Problem: Seit den frühen 2000er-Jahren sind Millionen Bienen einfach verschwunden, ganze Völker auf einen Schlag ausgerottet. Und mit ihnen verschwinden auch immer mehr andere Insekten. Und das hat Folgen: Expertenschätzungen zufolge beläuft sich der wirtschaftliche Nutzen bestäubender Insekten weltweit auf bis zu 500 Milliarden Euro jährlich. Über die Hälfte der Lebensmittelproduktion hängt direkt oder indirekt davon ab.

Die gute Nachricht: Honigbienen sind nicht bedroht

Die meisten Menschen denken nur an die westliche Honigbiene, wenn von Bienen die Rede ist. Doch neue Studien beweisen, dass diese Bienenart nicht ausstirbt. Stark bedroht sind jedoch die Wildbienen. Rund 580 Arten gibt es, etwa die Hälfte steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Woran liegt das? Und warum geht es der Honigbiene im Vergleich mit ihren wilden Artverwandten so gut?

NDR WissensChecker Tim Berendonk ist am Institut für Bienenkunde Celle beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zu Gast. Es ist das niedersächsische Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung. In der institutseigenen Imkerei bekommt er Einblicke in die faszinierende Welt eines Bienenstocks und checkt, warum der Mensch die beste "Lebensversicherung" der Honigbiene ist. Was ist der Grund für das Verschwinden der Wildbienen und vieler anderer Insekten?

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Was tun gegen das Insektensterben?

Wo es früher summte und brummte, ist es leiser geworden: Die Zahl der Insekten ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die Folgen für unser Ökosystem sind dramatisch. mehr

Rettung für Insekten

In manchen deutschen Regionen gibt es heute rund 75 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren. Das ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung von Krefelder Forschern. Klar ist: Wenn Schmetterlinge, Wildbienen, Falter und andere Insekten in Deutschland weiterhin ihren Lebensraum behalten sollen, muss sich etwas ändern - besonders in der Landwirtschaft. Was können Landwirte - aber auch Städte und Gemeinden - tun, um wieder eine insektenfreundlichere Umgebung zu schaffen?

Ein Problem: Bienen und Insekten finden keine Nahrung mehr. Zu viele Monokulturen wie Mais verringern das Angebot. Was sie brauchen würden, sind kleine Felder, umringt von Knicks und Wildblumenstreifen, um vielfältigere Blütennahrung zu finden. Insekten finden auch immer weniger Nistplätze, weil zu viel gemäht wird. Unter Verdacht stehen auch die Spritzmittel der intensiven Landwirtschaft. Wissenschaftler erforschen die Auswirkung von Pestiziden auf Bienen und Insekten. Was sich abzeichnet: Nur ein Umdenken in der Landwirtschaft kann das große Insektensterben noch stoppen.

Insektenfreundlicher Garten

Jeder Einzelne kann auch zu Hause etwas für Wildbienen und andere Insekten tun, egal wie klein Garten oder Balkon sind. Ein paar Dinge gilt es aber zu beachten: Eine bunte Blütenpracht ist nicht automatisch auch ein reich gedeckter Tisch für Wildbienen. Welche Pflanzen eignen sich für einen insektenfreundlichen Garten? Auch viele sogenannte Insektenhotels sind für Wildbienen, Schmetterlinge und Co. eher ungeeignet. Worauf kommt es beim Kauf oder Selbermachen eines Insektenhotels an? Was lässt sich tun, damit es im Garten wieder summt und brummt?

Zwölf spannende Fakten über Bienen

 

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Redaktion
Meike Neumann
Annette Plomin
Produktionsleiter/in
Jost Nolting

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