Sendedatum: 19.07.2020 11:30 Uhr

Tipps von der Gärtnerfamilie Beeker für den Sommer

Wildrosentriebe wachsen schnell und überwuchern die veredelte Gartenrose. Die Triebe sind am hellgrünen Blatt erkennbar. © NDR / Medienkontor Foto: Sebastian Beck
Wildrosentriebe wachsen schnell und überwuchern die veredelte Gartenrose.

Im Garten der Beekers in Uelzen in der Lüneburger Heide haben die vielen Stauden jetzt im Juli ihre volle Pracht entwickelt. Auch der unwiderstehliche süße Duft der Rosen schwebt über dem wuchernden Grün. Ole Beeker ist auf dem Weg zu einem Riesen-Rosen-Exemplar der Sorte "Hansa". Bei dieser meterhohen Strauchrose sind im Frühsommer ungeliebte Wildtriebe geschossen, der muss verfolgt und ausgegraben werden. Ihn einfach wachsen zu lassen, wäre keine gute Entscheidung.

VIDEO: Gärtnerfamilie Beeker: Der Garten im Juli (8 Min)

Wilde Triebe von Rosen regelmäßig entfernen

Ole Beeker: "Die Gartenrosen, die wir bei uns in die Gärten setzen, sind in der Regel immer auf eine sogenannte Wurzelunterlage, das ist eine Wildrose, veredelt. Die edlen Triebe entspringen alle an der Veredlungsstelle. Die Wildtriebe, die wesentlich wüchsiger sind und unsere schöne Edelrose quasi totwachsen können, entspringen genau unterhalb dieser Veredlungsstelle, daran kann man sie gut erkennen, und die müssen regelmäßig entfernt werden." Beherzt, aber vorsichtig und vor allem senkrecht von oben nach unten wird der Wildtrieb abgetrennt - und alle schlafende Augen gleich mit. Nach dem Entfernen des Wildtriebs schließt die Rose die Wundstelle problemlos und kann sich wieder ganz auf das Wachstum der veredelten Teile konzentrieren.

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Rose blühende Beetrose "Leonardo da Vinci" © imago images / blickwinkel

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Ein grün-weißer Abendgarten

Neben dieser Pflegearbeit steht im Garten von Silke und Ole Beeker noch eine größere Veränderung an. Die beiden wollen einen verwilderten Gartenteil hinter ihrem Haus grundlegend verschönern. Denn manche Pflanzen wuchern zu stark oder gehören hier gar nicht hin, wie zum Beispiel Himbeeren, die sich wild ausgebreitet haben.

Alle erwünschten Stauden, wie Waldschmielen, lagern Ole und Silke im kühlen Schatten zwischen, bevor sie wieder eingesetzt werden. Robuste Gräser vertragen diese für Pflanzen normalerweise stressige Prozedur auch jetzt im Juli, zartblättrigere Stauden sollte man vor dem erneuten Pflanzen zurückschneiden, damit sie weniger Wasser verdunsten und nicht vertrocknen. Diesen Gartenbereich wollen Silke und Ole vor allem abends nutzen. Was hier bald neben den Gräsern wachsen soll, hat sich Silke genau überlegt.

Ein Beet wird neu gestaltet, weiße Pflanzen leuchten vor dem grünen Hintergrund ganz besonders. © NDR / Medienkontor Foto: Sebastian Beck
Weiße Pflanzen leuchten ganz besonders in den Abendstunden.

Silke Beeker: "Das Thema weiß-grün ist geradezu geeignet hier für den Raum, weil Weiß, besonders in den Abendstunden, natürlich eine wahnsinnige Leuchtkraft entfaltet, die Blüten kommen vor dem dunklen, also vor dem grünen Hintergrund viel besser zur Geltung und, ja ich freu mich einfach drauf, dann hier durchzuschlendern."

Ausruhen und nur die Blütenpracht genießen wäre jetzt im Sommer zwar nicht schlecht, aber bei Silke und Ole steht noch viel Arbeit an. Sie haben in ihrem neuen Beet den Wildwuchs entfernt und den Boden mit Kompost und Tonmehl verbessert. Jetzt soll ein zwölfjähriger Tulpenbaum gepflanzt werden. Blühen wird er frühestens in zehn Jahren, vorausgesetzt, alles läuft trotz der sommerlichen Wärme nach Plan. Auch den Erdaushub reichern die Beekers mit Kompost und Gesteinsmehl an. Der Boden wird nach dem Auffüllen der Erde an der richtigen Stelle verdichtet.

Beim anschließenden Wässern hilft dann ein Gießrand aus Erde, sodass das Wasser auch wirklich dort versickert, wo es gebraucht wird. Anschließend kommen die Stauden ins Spiel. Neben den Gräsern haben die beiden zum Beispiel Funkien gewählt und Storchschnabel. Das vorherige, probeweise Auslegen auf den Beeten vor der Pflanzung ist wichtig, damit man weiß, ob alles gut zusammenpasst.

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Den Standort beachten und Spannung erzeugen

Silke Beeker: "Bei der Wahl der Pflanzen achte ich letztendlich auf den Naturstandort, wie hier die Sterndolde mit der Astilbe, die kämen auch auf dem natürlichen Standort im Halbschatten vor und das gibt dann ein stimmiges, harmonisches Bild im Garten. Weiterhin schaue ich darauf, dass auch mal hohe Sachen in den Vordergrund kommen, wie hier der Fingerhut. Der baut sich ja im Laufe der Zeit noch höher auf, und das erzeugt einfach so'n bisschen Spannung im Gartenbeet und sieht dann schön aus."

Die Pflanzlöcher sollte man in jedem Fall groß genug ausheben und dabei ausreichend Platz bis zur benachbarten Pflanze lassen, jede muss sich an ihrem neuen Standort gut entwickeln können. Durch vorsichtiges Andrücken erleichtert man Stauden und Gehölzen den Bodenschluss und damit das Anwachsen. Schließlich sollen sie bald schon größer werden. Auch das Einwässern nach dem Einpflanzen ist besonders wichtig - selbst dann, wenn der Pflanztag ein Regentag wäre. Jetzt im Sommer generell für eine regelmäßige Bewässerung sorgen.

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