Kulturjournal

Montag, 02. Dezember 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 06. Dezember 2019, 02:00 bis 02:30 Uhr

Julia Westlake moderiert das Kulturjournal.

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Psychische Verletzungen in der Kita: Das Sachbuch "Seelenprügel"

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"Seelenprügel": Buch über psychische Gewalt in Kitas

Demütigung und Zurückweisung: Das hat Anke Elisabeth Ballmann in vielen Kitas beobachtet. In ihrem Buch erklärt die Pädagogin, was gegen psychische Gewalt in Kitas getan werden kann. mehr

Kinder werden eingeschüchtert, gedemütigt, zurückgewiesen, beleidigt, ausgegrenzt, lächerlich gemacht, isoliert und ignoriert. Und das alles in der Kita. Dem Ort, an dem sie eigentlich unbeschwert spielen und Kind sein sollten. Das schreibt die Pädagogin und Psychologin Anke Elisabeth Ballmann in ihrem Buch "Seelenprügel - Was Kindern in Kitas wirklich passiert. Und was wir dagegen tun können". Sie hat in den letzten zehn Jahren mehr als 500 Kinderkrippen und Kitas im Rahmen ihrer Fortbildungs-, Beratungs- und Prüfungstätigkeit besucht und wurde dabei Zeugin psychischer Gewalt gegen Kinder, ausgeübt von den Erzieherinnen und Erziehern. Sie betont, dass die meisten Erzieherinnen sehr liebevoll mit den Kleinen umgehen, aber es zahllose Einzelpersonen gibt, die die Kinder psychisch misshandeln.

Mit Witz gegen den Schönheitswahn: Frauen wehren sich auf Instagram

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04:21

Mit Witz gegen den Schönheitswahn

Abgemagerte Frauen in absurdesten Posen. Aktivistinnen wie Melodie Michelberger und Celeste Barber entlarven die Scheinwelt auf Instagram und fordern: Weg mit dem negativen Selbstbild! Video (04:21 min)

Auf Instagram werben Influencerinnen mit ihrem makellosen Aussehen für Proteinshakes und teure Hotels. Dabei verkörpern sie ein überhöhtes Schönheitsideal. Die Australierin Celeste Barber entlarvt diese Scheinwelt, indem sie die inszenierten Bilder der Social-Media-Prominenz parodiert. Mit viel Witz und Selbstbewusstsein hält sie dem Schönheitswahn den Spiegel vor. Damit ist sie nicht allein: Unter #bodypositivity, #januhairy oder #celestechallengeaccepted zeigen Nutzerinnen auf Instagram, wie die Welt ohne Filter und Make-Up aussieht. Die Hamburger Influencerin Melodie Michelsberger spricht im Kulturjournal über Selbstliebe und Selbstzweifel und erzählte, wie sie andere zu mehr Selbstakzeptanz ermutigen will. Für diesen Kulturjournal-Beitrag bekamen die Autoren gerade den Juliane Bartel-Medienpreis.

Was macht einen Menschen zur Mutter? Dokumentarfilm über Familienmodelle

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05:30

"(M)Other": Was macht einen Menschen zur Mutter?

Homosexuelle Eltern, Leihmütter, Patchwork. In ihrer Doku "(M)Other" hinterfragt Antonia Hungerland das Familienmodell Vater-Mutter-Kind und beschäftigt sich mit Alternativen. Video (05:30 min)

Heute kann ein Kind drei Mütter haben: Eine Eizellenspenderin gibt einem Baby ihre Gene, das von einer Leihmutter ausgetragen und später von einer weiteren Frau oder einer Person, die männlich und schwul ist, aufgezogen wird. Das klassische Konzept der "natürlichen" Mutterschaft kommt hier (und anderswo) an seine Grenzen. Für ihren Dokumentarfilm "(M)Other" hat Regisseurin Antonia Hungerland "ungewöhnliche" Familien besucht. Sie interviewt Leihmütter, besucht eine polyamouröse Familie, in der adoptierte Kinder mit drei Männern aufwachsen und hinterfragt das gängige Familienmodell. Was macht eine Mutter aus?

Was macht den Norden so besonders? Ein Sachbuch über "Die Erfindung des Nordens"

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05:03

Der Norden: Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung

Früher haben sich viele Menschen vor dem Norden gegruselt. Heute ist nordische Gemütlichkeit - Hygge - in aller Munde. Bernd Brunner hat den Imagewechsel einer Himmelsrichtung aufgeschrieben. Video (05:03 min)

Rau, eiskalt und bedrohlich oder klar, schön und "hygge"? Der Norden fasziniert seit Jahrhunderten, und das Bild von ihm und seinen Bewohnern hat sich mit der Zeit oft geändert. Auch die Vorstellung davon, was zum Norden gehört, ist strittig. Ist Norden einfach das, was nicht Süden ist? Wo wäre dann die Grenze und an welchen Merkmalen erkennt man sie? Der Autor Bernd Brunner hat ein vielschichtiges Buch über "Die Erfindung des Nordens" geschrieben. Dabei geht es ihm weniger um die historische und politische Entwicklung der nordischen Länder, sondern um Kultur und Mythen - vor allem um Zuschreibungen von außen. Wie wurden Wikinger, Kelten und Samen, Germanen und Skandinavier in den vergangenen Jahrhunderten dargestellt? Welches Bild hat man sich von ihnen gemacht? Anhand von zahlreichen Quellen, wie Reiseberichten oder literarischen Texten, hat Brunner eine originelle Kulturgeschichte verfasst. "Die Erfindung des Nordens" ist unser NDR Buch des Monats.

Wie klingt Unsuk Chin? Ein Porträt der "Composer in Residence" beim NDR Elbphilharmonie Orchester

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Die erfolgreiche Komponistin Unsuk Chin

Unsuk Chin ist eine der am häufigsten gespielten Komponistinnen der Gegenwart. Sie hat in Hamburg Komposition studiert und ist nun Residenzkomponistin des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Video (05:13 min)

"Diese Grenze zwischen Pop-Musik oder Ernster Musik oder westlich-östlich gibt's für mich nicht. Für mich sind Musik Klänge", sagt die Komponistin Unsuk Chin, die sich souverän zwischen verschiedenen Schulen und Traditionen bewegt. Sie lässt sich von europäischen Komponisten wie Bartók oder Debussy beeinflussen, aber auch von indonesischer Gamelanmusik oder elektronischen Klängen. Sie schreibt eine ganz eigene Musik voller Klangfarben und Virtuosität, die emotional und intellektuell begeistern kann. Musik machen wollte Unsuk Chin schon als Kind. In ihrer Heimat Südkorea hat sie sich Klavier und Komposition selbst beigebracht und studierte dann in Seoul. 1985 kam sie mit einem Stipendium nach Hamburg, wurde Schülerin von György Ligeti und lernte die europäische Avantgarde kennen. Heute ist sie eine vielfach ausgezeichnete Komponistin, deren Werke von Spitzenensembles weltweit gespielt werden. Ihre gefeierte Oper "Alice im Wunderland" wurde an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt. In dieser Saison ist Unsuk Chin "Composer in Residence" beim NDR Elbphilharmonie Orchester und wird zahlreiche Werke in sieben unterschiedlichen Konzerten spielen. Außerdem erhält sie am 28. November 2019 den Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake