Kulturjournal

Montag, 10. Januar 2022, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 14. Januar 2022, 01:45 bis 02:15 Uhr

Gestreichelt oder geschlachtet? Der widersprüchliche Umgang mit Tieren

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Eine Frau und ein Mann mit kleinen Hunden im Arm. © Screenshot
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Der widersprüchliche Umgang mit Tieren

Die einen werden gestreichelt, die anderen geschlachtet. Warum ist das so? Ein Gespräch mit Schriftstellerin und Veganerin Hilal Sezgin. 4 Min

Einige werden gestreichelt, andere dienen als Fleischlieferant. Die einen bekommen im Luxus-Hundeladen das Halsband für mehrere Hundert Euro, Fleisch und Wurst von anderen Tieren landen für 3,99 Euro auf dem Teller. Manche Tiere bekommen unzählige Chemotherapien oder werden sogar im fernen Südkorea geklont, andere bekommen nie das Tageslicht zu sehen und werden innerhalb weniger Monate hochgemästet und dann geschlachtet. Das Verhältnis des Menschen zum Tier ist widersprüchlich. Insgesamt gaben Tierhalter im Jahr in Deutschland 4,5 Milliarden Euro für Haustierfutter und -bedarf aus. Allein für Katzenfutter 1,68 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen hunderte Millionen Tiere, die jährlich getötet werden. Die allgemeinen Schlachtzahlen von Nutztieren wie Schweine oder Rinder sind zwar etwas gesunken. Aber 2020 wurden in Deutschland immer noch 57,6 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 670,1 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet. Das Kulturjournal spricht mit der Schriftstellerin und Veganerin Hilal Sezgin darüber, warum die einen gestreichelt und die anderen gegessen werden.

Vom Bauskandal zur Erfolgsgeschichte: Fünf Jahre Elbphilharmonie

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Feuerwerk um die Elbphilharmonie an Silvester 2018 © picture alliance/Axel Heimken/dpa Foto: Axel Heimken
7 Min

Vom Bauskandal zur Erfolgsgeschichte: Fünf Jahre Elbphilharmonie

Julia Westlake spricht mit Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter und blickt auf die ersten Jahres des Konzerthauses zurück. 7 Min

Die Eröffnung wurde mehrfach verschoben, die Kosten für den Bau sind explodiert, am Ende waren sie zehnmal höher als geplant. Ein Fiasko. Doch nach dem feierlichen Eröffnungskonzert wurde die Elbphilharmonie zum Publikumsmagneten: Musiker und Musikfans aus aller Welt wollten das neue Konzerthaus erleben, der Run auf die Karten war riesig, die Konzerte ständig ausverkauft. Nur um die Akustik wurde manchmal gestritten, da fielen die Urteile unterschiedlich aus. Und dann kam Corona, auch die Elbphilharmonie musste schließen und bot Musik zwischenzeitlich nur noch im Internet. Zum 5. Geburtstag ist nun ein Jubiläumsfestival geplant, das Festkonzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester wird am 11. Januar live auf NDR Kultur übertragen, auf ndr.de gestreamt und zeitversetzt im NDR Fernsehen gezeigt (Konzert und Dokumentation am 15. Januar ab 21.45 Uhr). Kulturjournal-Moderatorin Julia Westlake blickt zurück auf die ersten fünf Jahre und spricht mit dem Elbphilharmonie-Intendanten Christoph Lieben-Seutter.

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Screenshot: Alan Gilbert beim Schlussapplaus mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester (Festkonzert zum fünfjährigen Jubiläum der Elbphilharmonie Hamburg am 11. Januar 2022) © NDR Foto: Screenshot

Jetzt nachören:Jubiläumskonzert aus der Elbphilharmonie

Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester feiern fünf Jahre Elbphilharmonie mit Werken von Adams, Adès und Salonen. mehr

Wahrheit und Legende: 200. Geburtstag von Heinrich Schliemann

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Porträt von Heinrich Schliemann © Heritage-Images/Fine Art Images
6 Min

Wahrheit und Legende: 200. Geburtstag von Heinrich Schliemann

Er war Weltenbürger, Multimillionär und begeisterter Archäologe, der es mit der Wahrheit nicht immer so genau nahm. 6 Min

Er war ein Weltenbürger und blieb Zeit seines Lebens seiner Heimat Mecklenburg verbunden. Er war Multimillionär und skrupellos, er strickte schon zu Lebzeiten an seiner eigenen Legende. Seine archäologischen Entdeckungen sind epochal, dabei ist er einer der Ahnenherren aller Raubgräber: Heinrich Schliemann. Geboren vor 200 Jahren in ärmlichen Verhältnissen, erwarb er als Selfmademan ein beachtliches Vermögen, bereiste die Welt, lernte Sprachen und hatte am Ende drei Staatsbürgerschaften. Er interessiert sich für Archäologie - mutmaßlich nicht schon in seiner Kindheit, auch wenn er es selbst so erzählt. Und - ganz Selfmademan: Er gräbt auf eigene Faust, auf der Suche nach dem mythischen Troja in der heutigen Türkei und später im griechischen Mykene. Seine Funde sind spektakulär: Der vermeintliche "Schatz des Priamos" begründet seinen Ruhm, den er mit einem weiteren Goldschatz in Mykene nährt. Dabei hält er sich allerdings nicht an die Regeln, missachtet schon damals wissenschaftliche Standards und behält vor allem trickreich seine Funde für sich. Schon damals illegal. Das Kulturjournal über einen Besessenen, der es mit der Wahrheit und den Fakten nicht ganz so genau nahm.

"NDR Buch des Monats": "Heul doch nicht, Du lebst ja noch" von Kirsten Boie

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Kirsten Boie: "Heul doch nicht, du lebst ja noch" (Cover) © Oetinger Verlag
5 Min

"Heul doch nicht, du lebst ja noch" von Kirsten Boie

Ihr neues Buch erzählt, wie Propaganda, Krieg und Zerstörung die Menschen verändern und wie Kinder und Jugendliche darunter leiden. 5 Min

Wie Propaganda, Krieg und Zerstörung die Menschen verändern, wie vor allem Kinder und Jugendliche darunter leiden, darum es geht es im neuen Buch von Kirsten Boie: Die erfolgreiche Schriftstellerin, fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren, hat selbst noch in den Trümmern des zerstörten Hamburgs gespielt. In ihrem neuen Roman erzählt sie die Geschichte von drei Jugendlichen im Juni 1945: Da ist der überzeugte Hitlerjunge, der immer noch der Nazi-Propaganda glaubt, obwohl der Vater ohne Beine aus dem Krieg zurückgekommen ist. Ein Mädchen, das gemeinsam mit Flüchtlingen lebt, die in der Wohnung der Eltern einquartiert wurden. Und der Sohn einer jüdischen Frau, die deportiert wurde, er hat den Krieg in einem Versteck überlebt, voller Angst. Kirsten Boie erzählt, wie die drei aufeinandertreffen und langsam begreifen, welche Verbrechen die Nazis begangen haben. Ein Roman für Jugendliche, aber auch lesenswert für Erwachsene: "Heul doch nicht, Du lebst ja noch" ist unser NDR Buch des Monats.

Musik und Engagement: Sängerin ZAZ kommt nach Hannover

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CD Cover "Isa" - eine rothaarige Frau haucht gegen eine Pusteblume. © Warner Music
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"Isa": Sängerin ZAZ veröffentlicht neues Album

Das für den 22. Januar geplante Konzert wurde aufgrund einer Erkrankung der Sängerin abgesagt. 5 Min

Die Sängerin ZAZ ist eine der wichtigsten Stimmen aus Frankreich: die Vertreterin des "Nouvelle Chanson" brachte 2010 ihr erstes Album heraus, in ihrer Heimat war sie damit mehrere Monate auf Platz 1 und auch in Deutschland weit oben in den Charts. Im Herbst 2021 hat ZAZ ihr fünftes Album "Isa" veröffentlicht. Darin träumt die Musikerin im Song "Imagine" von einer besseren Welt für unsere Kinder. Aber ZAZ macht nicht nur Musik mit Botschaft, sie engagiert sich auch mit ihrer Stiftung Zazimut und bei der Umweltorganisation Colibri für Klimaschutz und Bildung. Am 22. Januar tritt ZAZ in Hannover auf - so es das Pandemiegeschehen erlaubt. Im Kulturjournal spricht sie über ihr neues Album und ihr Engagement.

Das Konzert ist aufgrund einer Erkrankung der Sängerin abgesagt worden. (Stand 18.01.22, 15:22 Uhr)

Redaktionsleiter/in
Christine Gerberding
Produktionsleiter/in
Miriam Rumohr
Moderation
Julia Westlake