DIE REPORTAGE

Wetter extrem - Hitzewellen und Wassermassen

Freitag, 06. September 2019, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 07. September 2019, 08:30 bis 09:00 Uhr

Philipp Abresch steht im Wald vor einem Bachlauf. Um ihn herum vertrocknete Fichten. © NDR/PIXELGALAXIE

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Reporter Philipp Abresch begibt sich im zweiten Teil seiner Klimawandelrecherche für #wetterextrem in die Harzregion. Mit den Förster*innen des Nationalparks Harz geht es tief in den Wald. Oberförsterin Sabine Bauling zeigt ihm, wie die Fichtenbestände unter den Folgen des Klimawandels leiden.

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Philipp Abresch schaut sich mit den Förstern im Harz die Trockenheit von Holz und Boden an.

Wärmere Temperaturen sind ideale Bedingungen für den Borkenkäfer, der zurzeit die Bäume befällt. Die Trockenheit in den Jahren 2018 und auch 2019 setzen den Bäumen ebenso zu wie die extremen Niederschläge 2017. Am Fuße des Brockens sieht Philipp Abresch ein apokalyptisches Bild. Zahlreiche Bäume sind buchstäblich entwurzelt worden und umgestürzt. Spuren der Stürme, die in den letzten Jahren immer häufiger werden.

Spuren des Klimawandels im Harz

Die Harzwasserwerke kümmern sich um Hochwasserschutz und die Trinkwasserversorgung der Region. Auch ihnen macht der Klimawandel schon heute zu schaffen, vor allem die langen Dürreperioden und ausbleibender Regen.

Gemeinsam mit Marie Kleine von den Harzwasserwerken begibt sich Philipp Abresch auf einen gigantischen Betontrichter mitten im Stausee der Innerstetalsperre. Im vergangenen Sommer war der Wasserspiegel des Sees so niedrig wie nie zuvor. Wochenlang war der Regen ausgeblieben. "Wir hatten 2018 den niedrigsten Stand seit Beginn der Wetteraufzeichungen", so Marie Kleine.

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Oliver Junk, Oberbürgermeister von Goslar, spricht über das Umdenken der Bürgerinnen und Bürger.
Ein Weckruf für die Menschen in Goslar

Nur ein Jahr vorher wurde die Region vom anderen Extrem gebeutelt: Dauerregen und Hochwasser setzten zahlreiche Dörfer und Städte unter Wasser. In Goslar hat Philipp Abresch Oberbürgermeister Oliver Junk getroffen. Das Hochwasser in Goslar war ein Weckruf für die Bürgerinnen und Bürger: "Wenn man das so unmittelbar erlebt, in so einer kleinen Stadt, da weiß man, wir spüren den Klimawandel", sagt Oliver Junk.

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Kommen mehr Tropenkrankheiten in den Norden?

Es gibt aber auch Nutznießer des Klimawandels. Am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg trifft Philipp Abresch die Mückenforscherinnen Anna Heitmann und Renke Lühken. Sie untersuchen, ob sich mit steigenden Temperaturen auch Tropenkrankheiten im Norden ausbreiten können. Die Asiatische Tigermücke ist bereits im Süden Deutschlands ansässig. Und auch die heimischen Hausmücken können bei dauerhaft höheren Temperaturen Tropenkrankheiten wie das Westnilfieber übertragen. Das Virus wurde 2018 öfter in Europa nachgewiesen als je zuvor. In Deutschland infizierten sich zwar nur Vögel und Pferde mit dem Virus, europaweit starben laut Anna Heitmann aber fast 200 Menschen daran.

"Bei solchen langen warmen Sommern ist das eine Gefahr, die jedes Jahr wieder auftreten wird, weil die Krankheit in unseren Nachbarländern eh zirkuliert", erklärt Anna Heitmann.

Der Hausbau von Morgen?

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Die Eheleute Meretzki sind Eigentümer eines klimafreundlichen Holzhauses in Hamburg-Harburg.

Philipp Abresch stattet auch Familie Meretzki in Harburg bei Hamburg einen Besuch ab. Sie hat gerade ein klimafreundliches Holzhaus gebaut. Angesichts des Klimawandels gewinnen nachwachsende Rohstoffe an Bedeutung, Holz ist dabei ein großer Hoffnungsträger. Denn Holz bindet CO2 in Form von Kohlenstoff. Mithilfe einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt die Familie ihren eigenen Strom. Der ökologische Gedanke ist Familie Meretzki sehr wichtig: "Wir wollen wissen, was in unserem Haus drinsteckt, um später unseren Kindern nicht eine Packung Sondermüll zu hinterlassen."

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Redaktionsleiter/in
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Redaktion
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Philipp Abresch