Die Reportage

Hannover... made in China - Kaffee und Currywurst fürs Reich der Mitte

Freitag, 22. Februar 2019, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 23. Februar 2019, 08:30 bis 09:00 Uhr

Eine Stadt in der Stadt: das norddeutsche Viertel in der Millionenmetropole Changde. Hauptpromenade: die Hannoversche Straße. © NDR, honorarfrei

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Der 51-jährige Eventmanager Torsten aus Hannover zieht zusammen mit seinem Freund Lutz in die Sechs-Millionen-Metropole Changde mitten im chinesischen Niemandsland. Hier soll Hannover neu entstehen oder zumindest ein Teil davon - ein Touristen- und Geschäftsviertel im norddeutschen Stil. Die Stadt Changde hat sich vorgenommen, hannoversche Unternehmer in die chinesische Provinz zu locken und der heimischen Bevölkerung ein Gefühl für Norddeutschland zu vermitteln. Torsten und Lutz wollen hier ein Restaurant mit deutschen Fast-Food-Spezialitäten eröffnen. "Man muss schon ein bisschen verrückt sein", sagt Torsten. "Aber ich bin sicher: Die Chinesen werden an unserer Currywurst noch die helle Freude haben."

Torsten und Lutz sind mit ihrem "Deutsch"-Restaurant die Pioniere. Aber sie sind nicht allein. Denn gleich nebenan wollen auch die 24-jährige Isabel und ihr vier Jahre älterer Partner Fabian richtig durchstarten. Rund 8.500 Kilometer von zu Hause entfernt wollen sie kurz nach Abschluss des Studiums selbst gerösteten Kaffee aus der Hannoverschen Kaffeemanufaktur verkaufen. Und das im Land der Teetrinker. Ihr Kaffee soll in ganz China zur Marke werden. "Bei Wachstumsraten von 16 Prozent bekommen wir das hin", sagt Fabian. Die chinesische Bürokratie hat er zu dem Zeitpunkt noch nicht kennengelernt.

Das chinesische Hannover

Norddeutschland in China - kann das klappen?

Aber nutzen die Chinesen ein solches Viertel überhaupt? Und können norddeutsche Geschäftsleute dort tatsächlich ihren Traum verwirklichen? Marco Heuer hat die Unternehmer auf ihrer Reise nach China begleitet. Ein Abenteuer, bei dem sich Freude und Skepsis immer wieder abwechseln. Das Ergebnis ist eine Reportage über das Einleben an einem Ort, der mal vertraut und dann doch wieder ganz fremd wirkt. Ein Film, der zeigt, dass in China die Uhren oft ganz anders ticken.

  • Zahlen zum Handel mit China

    China war im Jahr 2017 der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Insgesamt wurden in dem Jahr Waren im Wert von knapp 188 Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern gehandelt.

  • Zahlen zum Handel mit China

    Autos und Autoteile sind der Exportschlager: Insgesamt exportierte Deutschland im Jahr 2017 Kraftfahrzeuge und -teile im Wert von 21,5 Milliarden Euro nach China. Auf Platz 2 landeten Maschinen mit einem Wert von 17,8 Milliarden Euro und auf Platz 3 Datenverarbeitungsgeräte - also Computer - im Wert von 9,8 Milliarden Euro.

  • Zahlen zum Handel mit China

    Datenverarbeitungsgeräte - also Computer - sind das Produkt, das Deutschland am meisten aus China importiert. Die gehandelte Ware hatte im vergangenen Jahr einen Wert von 36,9 Milliarden Euro. Auf Platz 2 landete elektrische Ausrüstung im Wert von 12,6 Milliarden Euro. Bekleidung belegte Platz 3 mit 8,4 Milliarden Euro.

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Redaktion
Kuno Haberbusch
Autor/in
Marco Heuer
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Redaktion
Florian Müller