DIE REPORTAGE

Der Traum vom Naturgarten - Eine Chance für Wildbiene, Schmetterling und Co.

Freitag, 13. März 2020, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 14. März 2020, 08:30 bis 09:00 Uhr

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Was können wir direkt vor unserer Haustür gegen Insektensterben und für Artenvielfalt tun? Grit und Peter Schmitt aus Mirow in Mecklenburg-Vorpommern fangen bei sich im Garten an: Aus der grünen Rasenfläche hinter ihrem Haus soll ein Naturparadies entstehen, in dem es summt und brummt.

Wertvolle Tipps bekommt das Ehepaar von Naturgarten-Expertin Susanne Reiter. Anschaulich erklärt sie, welche Pflanzen Hobbygärtnerinnen und -gärtner auswählen sollten, um Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln eine Heimat zu bieten.

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Heimische Wildstauden statt exotischer Blumen: Die Schwarze Königskerze ist eine beliebte Pflanze und verschönert mit ihrem strahlenden Gelb jeden Naturgarten.
Zahl der Insekten deutlich gesunken

Die Zahl der Insekten in Deutschland ist in den vergangenen 30 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der in Deutschland heimischen rund 550 Wildbienenarten gelten inzwischen als gefährdet. Es wird immer stiller an norddeutschen Knicks, Waldrändern und Feldwegen. Für viele pollentragende Wildpflanzen - wie Natternkopf oder Disteln - ist heute in der aufgeräumten, intensiv genutzten Landschaft kaum noch Platz. Viele Insektenarten sind durch ihr langsames Verschwinden in ihrer Existenz bedroht.

Immer mehr Hobbygärtner und Gartenbesitzer wollen deshalb etwas tun. Naturnahes Gärtnern liegt im Trend - und es hat Potenzial: Zusammengenommen sind die Gärten in Deutschland in ihrer Fläche ungefähr so groß wie alle deutschen Naturschutzgebiete zusammen.

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Die Naturgarten-Expertin Susanne Reiter erklärt ihren Neukunden Gritt und Peter Schmitt den Vorteil von offenen Blüten.

"Gärten können die Natur nicht ersetzen", sagt Naturgarten-Expertin Susanne Reiter, "aber sie können Rückzugsorte bilden für Insekten und Vögel, von denen ausgehend sie sich erholen und entwickeln können."

Aus Rasen wird ein Pflanzengarten

Auch in dem kleinen Dorf Witzin in Mecklenburg-Vorpommern werden die Spaten ausgepackt. Besonders die alteingesessenen Witziner merken, dass es immer weniger Vögel und Insekten in ihrer Gemeinde gibt. Um dies zu ändern, hat Bürgermeister Hans Hüller zusammen mit Naturgarten-Expertin Susanne Reiter und den Witzinern einen Plan entwickelt, damit es im Sommer im Ort wieder summt und brummt.

Dass grüne Rasenflächen weichen sollen und von Steuergeldern Pflanzen gesät werden, die gemeinhin als "Unkraut" bezeichnet werden - daran müssen sich manche Witziner erst noch gewöhnen.

FAQ

Fragen und Antworten rund um die Biene

Welche Bedeutung hat die Biene für die Natur? Warum ist die Biene für den Menschen so wichtig? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet. mehr

Weitere Informationen

Was tun gegen das Insektensterben?

Wo es früher summte und brummte, ist es leiser geworden: Die Zahl der Insekten hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Die Folgen für unser Ökosystem sind dramatisch. mehr

Forscher entwickeln Fahrplan gegen Insektensterben

Wissenschaftler aus 21 Ländern haben Maßnahmen gegen das fortschreitende Insektensterben vorgestellt. An dem Projekt sind auch Forscher der Universität Göttingen beteiligt. mehr

Autor/in (Drehbuch)
Regie
Philipp Juranek
Redaktion
Julia Saldenholz
Redaktionsleiter/in
Julia Saldenholz
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg