Wie "Holocaust" ins Fernsehen kam

Mittwoch, 16. Januar 2019, 23:50 bis 00:35 Uhr

Vor dem Hintergrund der Neuausstrahlung von "Holocaust" nach gut 40 Jahren erzählt die Filmemacherin Alice Agneskirchner die Geschichte dieses Fernsehereignisses, von der Entstehung und den Dreharbeiten über die Ausstrahlung bis hin zu den Reaktionen. Ein Making-of der besonderen Art.

1978/79 wird eine US-Serie zum weltweiten TV-Event: "Holocaust". Als sie nach Deutschland kommt und unter Federführung des WDR in den Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt wird, löst sie ein ungeahntes Echo aus. Das, was mit dem bis dahin unbekannten Wort Holocaust ausgedrückt wird, trifft viele Millionen Menschen dort, wo bisher die unfassbaren Schrecken der eigenen und kollektiven Vergangenheit nicht zugelassen worden waren: mitten ins Herz.

Geschichte

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit von Deutschen systematisch ermordet. Jedes Jahr am 27. Januar erinnert ein Gedenktag an alle Opfer des Nationalsozialismus. mehr

Opfer und Täter bekommen Gesichter

Die Serie schildert das Schicksal der fiktiven jüdischen Familie Weiss. Diese Familie durchlebt vor den Augen der Fernsehöffentlichkeit exemplarisch das, was Millionen Juden hatten erleiden müssen, bis zum Tod in der Gaskammer. Gleichzeitig begleitet die Serie den "normalen" Deutschen Erik Dorf bei seiner Transformation zum bekennenden und aktiven Nationalsozialisten. Das Grauen der Judenverfolgung wird hoch emotional inszeniert, Opfer und Täter bekommen Gesichter.

Eine vielfach ausgezeichnete Serie

Die Serie wurde vielfach als "Hollywood"-Produktion bezeichnet, produziert wurde sie allerdings von einer New Yorker Firma, gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen in Deutschland und Österreich, auch im KZ Mauthausen, einschließlich Hakenkreuz-Flaggen.

Der Regisseur Marvin J. Chomsky, der Produzent Robert Berger, Schauspielerinnen und Schauspieler erinnern sich an die besondere, oft beklemmende Atmosphäre der Dreharbeiten, an Begegnungen mit der historischen Wirklichkeit hinter der Fiktion, über die sie später kaum jemals wieder gesprochen haben.

Im Vorfeld gab es scharfe Debatten

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Der ehemalige Fernsehspielchef des WDR, Günter Rohrbach, brachte die Serie "Holocaust" ins deutsche Fernsehen.

Der ehemalige WDR-Fernsehspielchef Günter Rohrbach, der die Serie nach Deutschland brachte, schildert die ungewöhnlich scharfe Debatte im Vorfeld. Es war eine aufgeladene Situation, mit Drohungen und Schmähungen von rechts und links und zahlreichen Versuchen, die Ausstrahlung zu verhindern.

Die Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer übertrafen dann alle Erwartungen, und fast jeder, der damals "Holocaust" gesehen hat, kann sich heute noch daran erinnern, was das mit ihr oder ihm gemacht hat.

Die Reihe im NDR Fernsehen

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss

07.01.2019 22:00 Uhr

Karl Weiss und Inga Helms feiern 1935 in Berlin ihre Hochzeit. Doch die Nazis erklären ihre Ehe zur "Mischehe". Schon bald beginnt die grausame Verfolgung der Juden. mehr

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss

14.01.2019 23:15 Uhr

Im Warschauer Getto sieht Berta Weiss ihren Mann Josef wieder. Der beginnt mit seinem Bruder Moses den Widerstand der Juden gegen die Nationalsozialisten zu organisieren. mehr

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss

21.01.2019 23:15 Uhr

Der Leidensweg des Karl Weiss geht weiter. Er wird nach Theresienstadt verlegt, wo er die Zustände im Lager in Zeichnungen festhält. Doch SS-Leute entdecken die Arbeiten. mehr

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss

28.01.2019 23:15 Uhr

Karl stirbt an den Folgen der Folter in Auschwitz, Josef und Berta kommen in den Gaskammern um. Rudi überlebt als Einziger aus der Familie Weiss. mehr

Autor/in
Alice Agneskirchner
Regie
Alice Agneskirchner
Redaktion
Beate Schlanstein
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg