NaturNah: Wundermittel oder tödlicher Cocktail?

Glyphosat unter Verdacht

Dienstag, 27. Februar 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 01. März 2018, 11:30 bis 12:00 Uhr

Viele Bauern verzichten seit 40 Jahren auf traditionelle Ackerbautechniken. Statt Pflug und Striegel wird das Unkraut einfach mit Glyphosat weggespritzt. Spart Geld und Arbeitskraft. © NDR/Populärfilm, honorarfrei

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Ulrich Söhnholz ist Schweinezüchter und -mäster aus Panzow bei Kühlungsborn. Er verwendet Glyphosat auf seinen Feldern und hält den Einsatz für absolut notwendig und vollkommen unbedenklich. Lieber das Unkraut mit Glyphosat vernichten als "kostenaufwendig zu pflügen und so den Boden unnötig abzutragen".

Mit Glyphosat kostengünstiger produzieren

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Ulrich Söhnholz aus Panzow schwört auf Glyphosat. „Ein Verbot von Glyphosat würde seine wirtschaftliche Existenz bedrohen.

Viele Bauern, die konventionelle Landwirtschaft betreiben, denken so wie er. Sie können sich Landwirtschaft ohne Glyphosat gar nicht mehr vorstellen. Auch Ulrich Söhnholz befürchtet, dass die Ernte ohne das Mittel viel geringer ausfällt. Und er kann viel kostengünstiger produzieren, so meint er. Denn gerade als Schweinebauer steht er finanziell enorm unter Druck.

Kritik am Pflanzenschutzmittel

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Umweltschützer Burkhard Roloff hat lange Zeit beim Pflanzenschutzamt Schwerin gearbeitet. Jetzt kämpft er gegen Glyphosat und Gentechnik.

Aber Glyphosat steht mittlerweile weltweit massiv in der Kritik. "Glyphosat ist der Pakt mit dem Teufel", sagt Agrarexperte Burkhard Roloff vom Schweriner BUND. Es sei wahrscheinlich krebserregend, zerstöre die notwendige Artenvielfalt im Feld und mache langfristig auch die Nutztiere und Menschen krank. Ein bequemer Pflanzenschutz also auf Kosten der Gesundheit der Menschen? Ein naiver Glaube der Bauern an die falschen Versprechungen der Glyphosathersteller, der sich bitter rächen wird?

Unkrautbekämpfung mit Pflug, Egge und Grubber

Biobauer Jens Rasim vom Gut Gallin zeigt auf einem 1.000-Hektar-Betrieb am Schaalsee, dass es auch ohne Gift geht. Wie früher nutzt er Pflug, Egge, Grubber und Striegel für den Ackerbau. Keine Feldspritze, kein Glyphosat, das seit 1974 als Allheilmittel zur Unkrautbekämpfung und als Alternative zum klassischen Ackerbau gefeiert wird. Die Entscheidung für eine Verlängerung der Zulassung durch die EU hält er für fatal.

Kommentar
NDR Info

"Das ist für Mensch und Umwelt Gift"

27.11.2017 17:08 Uhr
NDR Info

Die EU-Staaten haben die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um fünf Jahre verlängert. NDR Info-Redakteurin Claudia Plaß hält das für einen Fehler. mehr

Autor/in
Matthias Vogler
Redaktion
Christina Walther
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke