Land zwischen den Strömen

Mit dem Boot auf Elbe, Ems und Weser

Donnerstag, 05. Januar 2023, 14:00 bis 15:00 Uhr

Mit einem ungewöhnlichen Wasserfahrzeug geht es auf eine ungewöhnliche Reise: die Elbe hinab und über das Wattenmeer zum Jadebusen nach Wilhelmshaven, dann immer weiter hinein in die norddeutschen Flusslandschaften. Hier braucht man ein Boot, das durch flaches Wasser kommt und unter niedrigen Bücken hindurchfahren kann: ein historisches Plattbodenschiff, breit und behäbig, ideal für die romantische Fahrt auf dem schmalen Ems-Jade-Kanal. Als Entdecker am Ruder: Vater und Sohn.

Das alte Land der freien Friesen: Ostfriesland

Windmühlen und Schiffe auf dem Moorkanal das ist typisch Ostfriesland © NDR
Windmühlen und Schiffe auf dem Moorkanal - das ist typisch Ostfriesland.

Quer durch Ostfriesland zieht sich das alte Land der freien Friesen und mächtigen Häuptlinge. Von Torfbauern und Fehnschiffern urbar gemacht liegt es oft unterhalb des Meeresspiegels. Ohne Entwässerungskanäle, Pumpen und Wasserschöpfmühlen wie die im Wynhamster Kolk würden viele Ostfriesen nasse Füße kriegen. In Emden gilt es, das Teegeheimnis der Ostfriesen zu lüften. Von dort führt die Reise über Ems und Leda hinein ins Fehngebiet, zum Elisabethfehnkanal. Ebenso spannend wie mühsam, wenn die Tide gegenan läuft.

Kleinste Sprachinsel Europas

Im Saterland, nur einen Steinwurf entfernt, lebt eine alte Sprache wieder auf: das Saterfriesisch. Gesprochen in der kleinsten Sprachinsel Europas mitten im Moor ist es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde gekommen. Auf den Torffeldern ringsum forscht ein Erdenproduzent nach klimafreundlichen Alternativen.

Über den Küstenkanal geht es ins rätselhafte Oldenburg. Wieso sind die Oldenburger Farben Mittelpunkt des Königswappens von Dänemark? Was ist die sogenannte Oldenburger Palme? Und wie kommt Grünkohl in die Praline?

Die Weser aufwärts

Das Bremer Rathaus - heute UNESCO Weltkulturerbe - erzählt vom einstigen Reichtum und Einfluss der städtischen Kaufleute und Reeder © NDR
Das Bremer Rathaus - heute UNESCO Weltkulturerbe - erzählt vom einstigen Reichtum und Einfluss der städtischen Kaufleute und Reeder.

Hunte und Weser bringen die Schiffer nach Bremen, der alten Hanse- und Kaffeestadt. In ihrem Rathauskeller schlummern die ältesten und edelsten Tropfen weißen Weins. Weseraufwärts lernt man visionäre Stromproduzenten, traditionelle Glasbläser und von einer verwunschenen Wassersägemühle begeisterte Herren kennen. Und in der Nähe in Wietze an der Aller kam es zur ersten Erdölbohrung der Welt.

Am Wasserstraßenkreuz Minden quert der Mittellandkanal die Weser, die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Nördlich davon, am Steinhuder Meer, rattern Leinenwebstühle schon seit 250 Jahren. Dann kreuzt die Leine den Mittellandkanal. An ihrem Ufer steht ein wahres Märchenschloss: die Marienburg, das "Neuschwanstein des Nordens" .

Flussabwärts, in Hannover, speist Leinewasser die Fontänen der zauberhaften Herrenhäuser Gärten. Vom Mittellandkanal geht es in den Elbe-Seitenkanal. Nach der deutschen Teilung, als die Elbe hinter dem Eisernen Vorhang verschwand, als Verbindung nordwärts zur Elbe gebaut. Mitten im Kanal steht eines der größten und beeindruckendsten technischen Bauwerke Europas: das Schiffshebewerk bei Lüneburg. Unbegreiflich, wie hier große Frachtschiffe im "Fahrstuhl" in die Höhe gehoben werden.

Schnuckenherden prägen das Bild in der Lüneburger Heide. Ohne sie würde die historische Kulturlandschaft verschwinden. © NDR
Schnuckenherden prägen das Bild in der Lüneburger Heide.

Das märchenhafte Lüneburg ist nicht nur Spielort einer beliebten TV-Serie, es gab auch der Lüneburger Heide vor ihren Toren den Namen. Berühmt für ihre lila blühenden Hügel und Täler, mit Wacholder und Heidehonig, aber auch Anbaugebiet für eine ungewöhnliche Pflanze: der asiatischen Heilwurzel Ginseng.

Mit dem Boot über Flüsse und Kanäle, kreuz und quer durch Niedersachsen und Bremen, lässt sich eine Welt voller Wunder entdecken.

Autor/in
Manfred Schulz
Andrea Dorschner
Kamera
Manfred Schulz
Sprecher/in
Volker Lechtenbrink
Musik
Toivo Persson
Producer
Alexander von Sallwitz
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
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