Tatort-Team Axel Milberg und Amila Bagriacik in eine Szene am Wasser mit Menschen von der Spurensicherung. © NDR Foto: Christine Schroeder

Axel Milberg: Vom kauzigen Kommissar zum einfühlsamen Ehemann

Stand: 01.08.2021 06:00 Uhr

Der gebürtige Kieler Axel Milberg gehört seit Jahren zu den populärsten Charakterschauspielern in Deutschland. Auf eine ganz eigene Art interpretiert er liebevoll seine Filmfiguren. Am 1. August 2021 wurde Milberg 65 Jahre alt.

von Stefanie Grossmann, NDR.de

Populär hat Axel Milberg vor allem seine Paraderolle als kauziger Kieler Tatort-Kommissar Klaus Borowski gemacht, in die er seit 2003 regelmäßig schlüpft - und von der er noch lange nicht genug hat. Die Borowski-Tatorte zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch immer wieder gesellschaftlich relevante Fragen thematisieren, wie zuletzt im März 2021 in "Borowski und die Angst der weißen Männer", wo Borowski in der Incel-Szene ermittelt.

Von der Förde nach Bayern

Axel Milberg kommt am 1. August 1956 in der Fördestadt Kiel zur Welt. Er wächst im Stadtteil Düsternbrook auf und besucht die Reventlow-Schule. Milberg träumt schon als Kind davon, Schauspieler zu werden. Nach dem Schulabschluss zieht es ihn nach München, um auf der renommierten Otto-Falckenberg-Schule das Schauspielern zu erlernen. 1981 holt ihn Intendant Dieter Dorn an die Münchener Kammerspiele, wo er bis 1998 Ensemble-Mitglied bleibt. Die bayerische Metropole ist schon lange die neue Heimat von Axel Milberg, das Elternhaus längst verkauft - doch die Liebe zu Kiel ist geblieben. Er erlebe immer eine Zeitreise, wenn er dort sei und fühle sich wie ein 17-Jähriger kurz vor dem Abitur, sagt er einmal in einem Interview mit dem "Münchener Merkur".

Milberg hat gut zu tun

Auf der Theaterbühne hat sich Axel Milberg mittlerweile rar gemacht. Mit zahlreichen Film- und Fernsehrollen ist der Schauspieler viel beschäftigt. Erstmals taucht er fernab der Bühne 1987 in der ARD-Serie "Die glückliche Familie" auf. Es folgen weitere Auftritte dieser Art, bis er 1995 in der ausgezeichneten Erziehungskomödie "Nach fünf im Urwald" von Hans-Christian Schmid brilliert. Immer wieder besetzen ihn namhafte Regisseure und Regisseurinnen - ob Dieter Wedel in "Der Schattenmann", Sherry Hormann in "Irren ist männlich" oder Helmut Dietl in "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief". Für den hochkarätig besetzten Film "Liebesjahre" gewinnt Millberg 2012 sowohl eine Goldene Kamera als auch den Grimme-Preis. Ein Jahr später folgt die Silberne Lola für "Hannah Arendt". Kraft kostet ihn seine Arbeit nicht - im Gegenteil: "Ich bin auch nach einem 14-Stunden-Drehtag nicht erschöpft", sagt er dem "Münchener Merkur".

Familienmensch Milberg

Schauspieler Axel Milberg mit seiner Frau Judith bei der Preisverleihung des Champagne-Preis für Lebensfreude 2014 in Hamburg. © picture alliance/BREUEL-BILD
Seit 2004 verheiratet: Axel und Judith Milberg.

Axel Milberg bezeichnet sich selbst als Familienmensch. Mit Frau und vier Söhnen lebt er im noblen Münchener Stadtteil Nymphenburg. Seine Frau Judith ergründet sein Seelenleben und befindet freimütig: "Axel ist gern ein bisschen unsichtbar und lässt Situationen auf sich wirken. Was da genau in ihm passiert, das ist das Geheimnisvolle an ihm." Über seine Frau gerät Milberg regelrecht ins Schwärmen: Judith habe ihn für alle Aspekte des Lebens geöffnet, für das Schöne, das Genießen, Freude haben, keine Tabus haben. Und so bringt Axel Milberg seine Lebenseinstellung auf den Punkt: "Viele Leute haben alles zum Glücklichsein, aber sie sind es nicht, weil sie die Idee nicht ernst nehmen, dass es eine Verpflichtung zum Glücklichsein gibt - auch wenn es ein Kampf ist."

Weitere Informationen
Porträtaufnahme von Axel Milberg. © picture alliance/dpa | Carsten Rehder Foto: Carsten Rehder

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01.03.2021 | 22:45 Uhr