Stand: 27.11.2019 12:00 Uhr

Erpensteins Jahr zwischen Windsurfen und Studium

Hinter Lina Erpenstein liegt ein erstaunliches Jahr, wie sie selbst verblüfft auf ihrer Facebook-Seite schreibt. Die 22 Jahre alte Windsurferin aus Aschaffenburg, die in Kiel lebt, hat den Spagat zwischen Sport und Studium geschafft. Erst wollte sich die Medizinstudentin diesen Sommer ganz auf ihr Physikum konzentrieren. Sie konnte sich aber einfach nicht am Schreibtisch konzentrieren, während auf den Kanaren ein Worldcup lief. Also packte sie ihre Bücher ein und flog nach Teneriffa. Am Vormittag stand Pauken am Strand auf dem Plan, am Nachmittag ging es aufs Wasser. Am Ende war sie mit Platz vier zufrieden.

Europameisterin und Physikum

Beim Weltcup auf Sylt wurde sie dann Dritte und beim letzten Stopp in diesem Jahr auf Hawaii nochmal Vierte - was ihr abschließend in der Gesamtplatzierung einen vierten Rang sicherte. Ihr Highlight in diesem Jahr war aber mit Sicherheit der Triumph im dänischen Klitmöller. Dort wurde Lina Erpenstein Europameisterin. Ein ganz besonderer Sieg, denn zum ersten Mal wurde ein EM-Titel in der Disziplin Wave bei den Frauen vergeben. Nach bestandenem Physikum gönnt sich Erpenstein, die in ihrer Freizeit gerne als DJane auflegt, jetzt ein Wintersemester lang Pause. Dann steht das Windsurfen wieder unangefochten an erster Stelle in ihrem Leben.

Fragen an Lina Erpenstein
Training oder Wettkampf?Schwierig! Kann ich beides nehmen? Beides ist so unterschiedlich und es gäbe das Eine ohne das Andere nicht. Ich liebe es zu trainieren und jeden Tag zu sehen, wie man Fortschritte macht, neue Manöver und Sprünge lernt. Gleichzeitig genieße ich es aber auch jedes Mal wieder durch den Wettkampf an meine Grenzen gebracht zu werden und darüber hinaus. Ich traue mich viel mehr zu riskieren als im Training und lerne dabei auch immer unglaublich viel. Der Contest zeigt mir immer genau, was ich kann und woran ich noch arbeiten muss. Das motiviert mich wieder total für das Training.
Netflix oder Buch?Buch! Ich lese unglaublich gerne. Alles über Sachbücher bis zu Romanen. Leider fehlt mir in meiner Studienzeit meist ein wenig die Muße nach einem langen Lerntag noch zu lesen und so genieße ich es umso mehr, wenn ich auf Reisen unterwegs bin und abends noch ein paar Seiten lesen kann. Netflix ist toll, aber immer fertig ausgearbeitete Filme oder Serien zu sehen, raubt uns so viel von unserer Kreativität. In einem guten Buch entsteht das Gesamtbild immer aus der Fantasie des Schreibers, als auch der Eigenen. Das liebe ich so am Lesen!
Schlechte oder gute Verliererin?Haha, meine Schwester würde wohl sagen "schlechte Verliererin", nachdem ich in unseren früheren Mensch-ärgere-dich-nicht Partien so manches Mal das Spielbrett umgestoßen habe. Mittlerweile bin ich wohl aber doch ein bisschen weiter. Verlieren gehört genauso zum Sport wie gewinnen und es ist eine Frage des Respekts gegenüber den Mitstreitern, auch Niederlagen zu akzeptieren. Wer nicht verlieren kann, hat das Gewinnen nicht verdient!
Bayern München oder Borussia Dortmund?Eintracht Frankfurt! Auch wenn ich wohl der passivste aller Fans bin und meist gar nicht und häufig nur zufällig mitkriege, wenn die Eintracht mal wieder gespielt hat, kann ich auf ganze 15 Jahre Passiv-Fanschaft zurückblicken, haha!
Hänge- oder Trainingsmatte?Je nach Tageszeit und -form. Ich liebe aktive Starts in den Tag, kann aber auch gerne mal einfach in der Hängematte liegen. Meistens geht das aber besser, wenn ich vorher schon eine Runde auf dem Wasser war.
Berge oder Meer?Ganz klar Meer! Auch wenn schon Leute auf Schnee gesurft sind, sind Wellen und Wind am Meer einfach unschlagbar!
Croissant oder Schwarzbrot?Schwarzbrot! Ich komme aus Aschaffenburg in der Nähe von Frankfurt und bei uns gibt es in den Biergärten ganz fantastisches Kümmel-Schwarzbrot mit Kochkäse. Das fühlt sich richtig nach Heimat an!

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 19.12.2019 | 19:30 Uhr

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