Stand: 09.07.2018 21:33 Uhr

Weltstar gewinnt das Deutsche Derby

Bild vergrößern
Adrie de Vries setzte sich in Hamburg-Horn mit Weltstar durch.

Mit-Favorit Weltstar hat das 149. Deutsche Derby gewonnen. Jockey Adrie de Vries setzte sich am Sonntag vor 20.000 Besuchern mit dem dreijährigen Hengst auf der 2.400-m-Strecke der Galopprennbahn in Hamburg-Horn durch und sicherte sich das begehrte Blaue Band. Zweiter wurde Destino mit Martin Seidl im Sattel vor dem eigentlichen Favoriten Royal Youmzain unter Eduardo Pedroza. Der Niederländer de Vries war nach dem Sieg überglücklich: "Das Rennen fehlte mir noch auf meiner Liste. Es war ein großer Traum, es zu gewinnen", sagte er. Weltstar aus dem Kölner Gestüt Röttgen ist der Halbbruder von Windstoß, mit dem Maxim Pecheur im vergangenen Jahr triumphiert hatte. Das Derby ist das bedeutendste und höchstdotierte Rennen (650.000 Euro) des deutschen Galopprennsports.

Taraja gewinnt Mehl-Mülhens-Trophy

Tags zuvor hatte die drei Jahre alte Stute Taraja nach einem Glanzritt ihres Jockeys Bauyrzhan Murzabayev die Mehl-Mülhens-Trophy gewonnen. In dem mit 55.000 Euro Euro dotierten Rennen setzte sich Taraja nach 2.200 m gegen zwei Stuten durch, die sich den zweiten Platz teilten: Die von Maxim Pecheur gerittene Dina und Night of England mit Filip Minarik im Sattel waren auch durch Zielfoto nicht zu trennen und wurden gleichauf Zweite. Die von Henk Grewe in Köln trainierte Siegerin erreichte beim fünften Start den zweiten Sieg für den Rennstall Gestüt Hachtsee von Reginald Graf von Norman, der ein Preisgeld von 32.000 Euro kassierte. Coach Grewe, der Aufsteiger der deutschen Trainerszene, stellte mit Night of England auch eine der beiden Zweitplatzierten. Die klare Favoritin Go Rose wurde nur Letzte im Feld der neun Stuten.

Derbywoche von Todesfällen überschattet

Überschattet wird die Derbywoche vom Tod zweier Pferde am Mittwochabend. Die Stuten Tabanike und Molly Moon brachen sich in den Rennen ein Bein und wurden auf der Rennbahn eingeschläfert. Die verunglückten Pferde wurden von Roland Dzubasz in Berlin-Hoppegarten trainiert. "Wir bedauern diese beiden Unfälle sehr, die Stimmung ist dadurch sehr eingetrübt. Nach unseren Analysen lag es nicht am Geläuf", erklärte Renn-Club-Präsident Eugen-Andreas Wahler. Zuvor war spekuliert worden, ob der Boden zu trocken und damit zu fest sei. "Beide Fälle haben ohne jede Fremdeinwirkung stattgefunden und sich an Stellen der Bahn ereignet, die noch unverbraucht waren. Das Geläuf ist generell in sehr gutem Zustand, was uns die Aktiven an allen bisherigen Renntagen bestätigt haben", pflichtete Frank Becker, Chef der Hamburger Rennleitung, Wahler bei.

Peintre Elusif gewinnt Seejagdrennen

Am Donnerstag fanden alle elf Rennen statt - auch zum Abschluss das 3.600 m lange Seejagdrennen, bei dem die Pferde nicht nur über Hindernisse, sondern auch durch den See schwimmen müssen. Den ersten Platz, für den es eine Siegprämie von 7.200 Euro gab, sicherte sich der französische Wallach Peintre Elusif mit Jan Faltejsek. Zweiter wurde Icarium mit Jiri Kousek, den dritten Platz belegte Aufsteiger mit Benjamin Gelhay. Am Tag zuvor hatte die englische Stute Indian Blessing mit Gerald Mosse den Sparkasse-Holstein-Cup gewonnen. Die Siegerin verwies Binti Al Nar mit dem Stader Jockey Andrasch Starke auf Rang zwei, Dritte wurde die von Carlos Henrique gerittene Cabarita.

Am vergangenen Sonntag hatte der Galopper des Jahres 2017, Dschingis Secret, den Großen Hansa-Preis gewonnen und damit seinen Vorjahressieg wiederholt. An den beiden Tagen zuvor hatte Summershine mit Jozef Bojko den Langen Hamburger und Julio mit Alexander Pietsch den Preis der Mitglieder des Hamburger Renn-Clubs (Flieger-Preis) für sich entschieden.

Hamburger Renn-Club macht voraussichtlich Minus-Geschäft

Für den Veranstalter des Deutschen Derbys, den Hamburger Renn-Club von 1852, hat die diesjährige Veranstaltung nicht die erhoffte Trendwende gebracht. Trotz perfekter Rahmenbedingungen wurde das gesteckte finanzielle Ziel von 2,8 Millionen Euro Wettumsatz verpasst. An den sieben Renntagen wurden lediglich 2,4 Millionen Euro umgesetzt. Damit bleibt in der ohnehin klammen Kasse des Rennclubs voraussichtlich ein Minus von 100.000 Euro. erzielt. eine große Bedeutung.

Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 08.07.2018 | 18:05 Uhr

Dunkle Wolken über dem Deutschen Galopp-Derby

Die Bilanz für die Derby-Woche in Hamburg-Horn fällt ernüchternd aus. Der Wettumsatz war so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr, das Rennen ums Blaue Band verfolgten nur gut 12.500 Zuschauer. mehr

15 Bilder

Rekorde, Triumphe und Kuriositäten

Klangvolle Namen und lebenslanger Ruhm: 2009 bescherte Wiener Walzer dem Gestüt Schlenderhan den 18. Derby-Sieg - Rekord. Erfolgreichster Jockey der Gegenwart ist Andrasch Starke mit sieben Siegen. Bildergalerie

Erstes Galopprennen in Horn schon 1855

Die Galopprennbahn in Hamburg-Horn ist eine Bahn mit langer Tradition - schon im Sommer 1855 fanden hier erste Rennen statt. Am 11. Juli 1869 stieg das erste Derby. mehr

Mehr Sport

01:48
NDR Info

Die Dauer-Siegerinnen vom VfL Wolfsburg

21.11.2018 17:25 Uhr
NDR Info
01:46
NDR//Aktuell

Prekäre finanzielle Lage beim HSV

21.11.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell