Stand: 10.09.2020 08:19 Uhr

Zverev kämpft sich ins Halbfinale der US Open

Alexander Zverev im Viertelfinalspiel der US Open gegen Borna Coric. © picture alliance/AP/dpa Foto: Seth Wenig
Alexander Zverev steht erstmals in Flushing Meadows in der Runde der letzten Vier.

Alexander Zverevs Traum vom erstmaligen Gewinn eines Grand-Slam-Turniers lebt. Als erster deutscher Tennisprofi seit Boris Becker 1995 hat er das Halbfinale der US Open erreicht. Der 23 Jahre alte Hamburger setzte sich am Dienstagabend dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach einem missratenen Match-Auftakt mit 1:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:1), 6:3 gegen den Kroaten Borna Coric durch. Im Kampf um den Finaleinzug tritt Zverev am Freitag als Favorit gegen den Spanier Pablo Carreño-Busta an. "Ich habe mir nach dem ersten Satz gesagt, so kann man nicht in einem Viertelfinale in einem Grand Slam spielen. Glücklicherweise bin ich rechtzeitig aufgewacht", sagte Zverev direkt nach dem Match auf dem Court. Im zweiten Halbfinale treffen der Österreicher Dominic Thiem und Daniil Medwedew aus Russland aufeinander.

Erster Satz in nur 24 Minuten weg

Zwei Tage nach seinem 6:2, 6:2, 6:1-Achtelfinal-Sieg gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina fand Zverev im Arthur Ashe Stadium überhaupt nicht in die Partie gegen Coric. Es schien, als sei ihm alles, was ihn zuvor im Verlaufe des Turniers so ausgezeichnet hatte, plötzlich abhanden gekommen. Vor allem sein stärkster Trumpf, der Aufschlag, stach nicht. Ganz im Gegenteil sogar. Der eigene Service bescherte seinem Gegner auf bequeme Weise Punkt um Punkt. Drei Doppelfehler in nur einem Aufschlagspiel führten zum Rückstand von 1:3. Zverev stand komplett neben sich, kassierte ein weiteres Break zum 1:5 und verlor den ersten Satz nach gerade mal 24 Minuten mit 1:6.

Der Hamburger haderte mit sich, beklagte sich, dass sein gleichaltriger Gegner im zweiten Satz zweimal in die Kabine gehen durfte, ließ aus Frust seinen Schläger fallen - und doch: Er kämpfte sich ins Match zurück. Nach einem Re-Break entschied er Satz zwei im Tie-Break mit 7:5. Auch im folgenden Durchgang schenkten sich die Kontrahenten nichs. Wieder ging es in den Tie-Break, ein weiteres Mal besaß der Norddeutsche die besseren Nerven. Er gewann ihn mit 7:1.

Zverev nutzt den dritten Matchball

Im vierten Satz wurde es für Zverev beim Stand von 2:2 bedrohlich. Coric besaß vier Breakbälle. Er nutzte keinen davon - 3:2 für Zverev. Und plötzlich bot sich dem Deutschen die große Chance, als er bei eigener Führung von 4:3 zwei Breakbälle hatte. Beim ersten war er chancenlos, den zweiten nutzte er in herausragender Manier mit einem Longline-Schlag. Bei eigenem Aufschlag behielt Zverev die Nerven und nutzte nach 3:24 Stunden den dritten Matchball zum 6:3. Er jubelte nicht lauthals, sondern genoss mehr den Moment.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 08.09.2020 | 23:03 Uhr

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