Flensburger Fans beim Heimspiel in der Bundesliga gegen den SC Magdeburg. © IMAGO / Jan Huebner

Zuschauer-Rückkehr: Viele Fragezeichen bei HBL, DEL und BBL

Stand: 07.07.2021 16:15 Uhr

Auch in der Handball- und Basketball-Bundesliga sowie in der Deutschen Eishockey-Liga dürfen zur kommenden Saison Zuschauer in die Hallen zurückkehren. Die Freude darüber ist allerdings verhalten, weil es noch viele Unklarheiten gibt.

Die Handball-Bundesligisten können zum Start der neuen Spielzeit Anfang September mit teilweise vollen Arenen rechnen. Die Staatskanzleien der Landesregierungen haben sich für 5.000 Zuschauer bei Spielen der HBL ausgesprochen. Sollten die Hallen mehr als 5.000 Fans fassen, wie es zum Beispiel bem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt der Falls ist, darf von der Kapazität jenseits der 5.000er-Marke zusätzlich die Hälfte eingelassen werden.

Zugangsberechtigt sind vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete. Meister Kiel könnte bei diesem Modell unter Ausklammerung der Stehplätze auf 7.500 Zuschauer pro Heimspiel kommen. Beim Fußball dürfen die Stadien zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, wobei die Gesamtzahl der Zuschauer vorerst bei 25.000 Besuchern gedeckelt ist.

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"Gewisse Voraussetzungen" sorgen für Unklarheit

Unklarheit besteht bei der HBL und den Vereinen jedoch wegen der schwammigen politischen Maßgabe, dass "gewisse Voraussetzungen" erfüllt sein müssen. "Wenn das heißt, dass Zuschauer 1,50 Meter Abstand nach rechts, links, oben und unten einhalten müssen, werden aus den erlaubten 5.000 Zuschauern schnell nur noch 1.000", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Regelungen gelten bis 11. September

Auf dieser Grundlage sollen die einzelnen Landesregierungen konkrete Verordnungen erarbeiten. Die können von Land zu Land unterschiedlich aussehen. Die Regelungen gelten bis zum 11. September. So lange ist derzeit auch die so genannte epidemische Lage von nationaler Tragweite befristet, die dem Bund in der Pandemie weiterreichende Kompetenzen verschafft. Dann soll neu entschieden werden.

DEL-Start am 9. September sorgt für Ungewissheit

Das sorgt bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für Ungewissheit. Am 9. September soll die Saison starten. "Was sich konkret dadurch ändert, wissen wir noch nicht", heißt es bei der DEL, die sich mit anderen Sportverbänden derzeit austausche. "Im Grundsatz ist die Nachricht im Gegensatz zu vorher erst mal positiv. Aber weder die DEL noch die Clubs sind zu euphorisch in der Hoffnung, dass dies nur ein erster Schritt für mehr ist. Wir wissen, wie sich die Dinge entwickeln können", sagte ein Sprecher.

BBL-Chef Holz: "Kann noch nicht das Ende sein"

Fraglich bleibt, wie die Basketball-Bundesliga (BBL) - Start am 23. September - und die Volleyball-Bundesliga - Beginn am 6. Oktober - mit den Vorgaben umgehen, da beide Ligen erst nach dem bisher geplanten Ende der Neuregelung starten.

Stefan Holz stuft die Freigabe der Politik für die Rückkehr von Fans aber als positiv ein. "Ich finde es erstmal grundsätzlich gut, dass es eine bundeseinheitliche Regel gibt", sagte der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL). Dies sei "ein Schritt, aber das kann noch nicht das Ende sein", so der 55-Jährige.

Konkret kritisierte Holz, dass die Regeln für eine Zuschauerzahl von unter 5.000 Personen derzeit noch zu schwammig seien. "Ich finde es für unter 5.000 Fans noch unrund", sagte der BBL-Funktionär. Da in der Basketball-Bundesliga häufig weniger als 5.000 Fans in den Hallen sind, seien hier noch einige Fragen offen. "Das Fragezeichen haben die anderen Ligen auch ein bisschen im Gesicht", so Holz.

"Was spricht gegen eine volle Halle mit Geimpften?"

"Ernüchternd" nannte der BBL-Chef, dass die Lockerungsschritte weiter an den Corona-Inzidenzwerten hängen. Als Vorschlag brachte er ins Spiel, dass man auch in der Halle unter bestimmten Voraussetzungen wieder eine Vollauslastung wagen könne. "Ich weiß nicht, was gegen eine volle Halle mit Geimpften spricht", sagte Holz.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.07.2021 | 17:25 Uhr

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