Stand: 02.08.2020 17:00 Uhr

Wolfsburger Sprinter Almas plötzlich DM-Favorit

Deniz Almas (M.) lief in Weinheim der 100-Meter-Konkurrenz davon.

Als Deniz Almas am Samstagabend die Ziellinie bei der "Kurpfalz Gala light" überquert hatte, blickte der für den VfL Wolfsburg startende Sprinter ungläubig auf die Anzeigetafel des Sepp-Herberger-Stadions. Die Zeit von 10,08 Sekunden leuchtete dort für den 23-Jährigen auf. Damit hatte der Student der Sportwissenschaften nicht nur den 100-Meter-Lauf beim Leichtathletik-Meeting in Weinheim klar vor dem Münchner Yannick Wolf (10,27 Sekunden) für sich entschieden. Er verbesserte mit dem furiosen Lauf auch seine bisherige Bestzeit (10,24 Sekunden) deutlich und hievte sich an die Spitze von Europas Jahresbestenliste.

"Im ersten Moment war ich nicht sicher, ob die Zeitmessung stimmt, denn da gab es vorher ein paar Probleme. Aber dann dachte ich: Wow!", sagte der 23-Jährige und gab lachend zu: "Ich hab' gerade schon mal nachgeguckt: Mit den 10,08 bin ich jetzt die Nummer 11 in der Welt." In dieser Saison, versteht sich.

Bestleistung in einem Jahr deutlich verbessert

Der deutsche Hallenmeister ist jetzt auch auch Favorit bei der DM am kommenden Sonnabend in Braunschweig. Den Freiluft-Titel will der Sprinter "auf jeden Fall, absolut! Da braucht man nicht drumrum zu reden", sagte Almas, der in Calw (Baden-Württemberg) geboren wurde, für Wolfsburg startet - und seit Ende 2017 in Leipzig trainiert und studiert. Im vergangenen Jahr stand seine Bestleistung noch bei 10,28 Sekunden. In Weinheim rannte Almas zwei Zehntelsekunden flotter - zur DLV-Saisonbestzeit. Wegen der Corona-Beschränkungen waren nur knapp 300 Zuschauer im Stadion dabei.

Schnellste DLV-Zeit seit 2016

Sein Auftritt bei der "Kurpfalz Gala light" macht Hoffnung auf mehr. Wenn denn Olympia 2021 in Tokio tatsächlich stattfinden kann, will der 23-Jährige "auf jeden Fall mit der Staffel dabei sein". Der VfL-Leichtathlet lief in Weinheim die schnellste Zeit eines deutschen Sprinters seit 2016. Damals rannte Julian Reus (LAC Erfurt) mit 10,01 Sekunden den bis heute gültigen deutschen Rekord über die prestigeträchtigste aller Strecken. Almas ist wie der erst 21-jährige Joshua Hartmann (ASV Köln), der zuletzt 10,14 Sekunden hinlegte, ein Vertreter der aufstrebenden Nachwuchsszene, die sich nun anschickt, endgültig die Wachablösung zu vollziehen. Reus ist für die Meisterschaften in Braunschweig jedenfalls nicht mehr der Favorit auf den Titel. Der Anwärter Nummer eins heißt nun Almas.

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Aktuell | 02.08.2020 | 16:00 Uhr

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