Stand: 21.07.2019 13:45 Uhr

Wellbrock ist bereit für historischen Coup

Bereit für die Rennen im Becken: Florian Wellbrock.

Am Dienstag startet Florian Wellbrock im südkoreanischen Gwangju in die Becken-Wettkämpfe - und damit in die zweite Hälfte seiner historischen WM-Mission. Nach Gold im Freiwasser geht der gebürtige Bremer die weiteren Aufgaben gelöst an. "20 Prozent Druck und 80 Prozent Vorfreude" verspürt der 21-Jährige vor den Rennen über 800 und 1.500 m Freistil, für die er als Titelkandidat gilt. "Ich weiß, dass ich gut in Form bin und mich auf keinen Fall verstecken muss", sagt der neue Schwimmstar.

Selbstbewusstsein, aber auch Respekt

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Der Triumph am vergangenen Dienstag in Yeosu über zehn Kilometer sei "sehr emotional" gewesen, "ich musste bei der Siegerehrung die eine oder andere Träne verdrücken. Ich konnte es gar nicht richtig genießen, weil ich nicht vor Publikum weinen wollte." Im Becken von Gwangju will Wellbrock erreichen, was in der WM-Geschichte noch kein Mann schaffte: Medaillen im Freiwasser und auf der Bahn gewinnen. Nur die Freiwasser-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden holte sich bei der WM 2015 jeweils Silber über 400 m und zehn Kilometer.

Am Dienstag springt Wellbrock im Vorlauf über 800 m Freistil ins WM-Becken - mit Selbstbewusstsein, aber auch Respekt. "Ich werde nicht großartig pokern. Da muss man schon gucken, dass man nicht aus dem Vorlauf rausfliegt", sagt Wellbrock, das Feld sei auf dieser Distanz "ein bisschen enger. Und ich möchte auch fürs Finale eine gute Bahn haben."

Keine Irritation durch Fall Sun Yang

Gemeldet hat für die Strecke auch der unter Dopingverdacht stehende Olympiasieger Sun Yang. Der schon einmal wegen Dopings gesperrte Chinese soll eine unangekündigte Dopingprobe mit dem Hammer zerstört haben. Der Fall wird im September vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verhandelt. "Das ist natürlich sehr schade, was die letzten Wochen und Monate durch die Medien gegangen ist. Aber ich denke im Endeffekt gar nicht darüber nach, wer da eigentlich steht. Er ist ein Wettkampfsportler für mich wie jeder andere auch - und da wird dann abgeschaltet, was das angeht", so Wellbrock.

Dreikampf über 1.500 m erwartet

Über 1.500 m, wo es am Schlusstag um die Medaillen geht, wird dagegen ein Dreikampf erwartet. Auch der Europameister selbst sieht nur Titelverteidiger und Olympiasieger Gregorio Paltrinieri aus Italien sowie den Ukrainer Michailo Romantschuk als Konkurrenten um den Titel. 

"Habe das mental ganz gut im Griff"

Teaserbild für den Podcast "Go To Tokio To Go – Der ARD Olympia-Podcast" © NDR

Go To Tokio To Go – Der ARD Olympia-Podcast

Ab dem 24. Juli begleiten wir Beach-Volleyballerin Laura Ludwig, Ruderin Marie-Luise Dräger, Läufer Phil Grolla, Handballer Hendrik Pekeler und Schwimmer Florian Wellbrock zu den Olympischen Spielen nach Tokio.

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Paltrinieri, den er im vergangenen Jahr in Glasgow bei seinem EM-Sieg schlug, erwartet Wellbrock besonders motiviert. "Ich glaube, er ist ganz schön angefressen durch das Freiwasserrennen", mutmaßt er mit Blick auf den sechsten Platz des Italieners nach einem taktischen Fehler: "Die Staffel hat ihn auch genervt, dass er von Rob Muffels auf den letzten Metern abgezockt wurde. Das gibt ihm ganz gut Energie fürs Beckenschwimmen." Wellbrocks Magdeburger Trainingskollege hatte dem deutschen Quartett im Endspurt Gold gesichert. Aus der Ruhe können Wellbrock derlei Überlegungen indes nicht bringen - und auch nicht, dass er Geschichte schreiben kann: "Ich habe das mental ganz gut im Griff."

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Sport aktuell | 12.07.2019 | 07:25 Uhr