Vendée Globe: So feiert Boris Herrmann Weihnachten im Pazifik

Stand: 20.12.2020 17:50 Uhr

Weltumsegler Boris Herrmann hat sich zur Halbzeit der Vendée Globe auf Platz vier vorgeschoben und liegt mit den Führenden fast gleichauf. Vor einsamen Feiertagen ist dem Hamburger nicht bange.

von Bettina Lenner

Die Strapazen, mit denen das gesamte Feld im Indischen Ozean zu kämpfen hatte, liegen hinter Herrmann, der inzwischen den Pazifik erreicht hat. "Der Indische Ozean war extrem hart für uns. Die nächsten 14 Tage sehen ganz gut aus vom Wetterbericht, insofern bin ich guter Dinge", sagte der 39-Jährige, der zuletzt eine Flaute für alle notwendigen Reparaturarbeiten nutzen konnte, dem NDR. "Ich bin jetzt ziemlich genau auf der anderen Seite der Welt und das gibt auch ein Gefühl dafür, wie viel Strecke ich geschafft habe. Ich habe ein unversehrtes Boot zur Halbzeit des Rennens und kann zuversichtlich in die zweite Hälfte schauen." 40 Tage ("Eine irre Zeit") hat der Skipper der "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" bereits hinter sich. Weitere 40 sind es bis zum Zielhafen Les Sables-d'Olonne in Frankreich.

"Ich habe jetzt die Halbzeit geschafft, das gibt mir Zuversicht, dass ich auch den Rest schaffe. Einmal halb um die Welt, das ist etwas, worauf ich auf jeden Fall schon einmal stolz bin." Boris Herrmann

Kleine große Freuden an den Feiertagen

Den Feiertagen sieht er gelassen entgegen. Eine Lichterkette, eine Kerze, eine Flasche Wein, ein Eintopf und Mousse au Chocolat, das sind die kleinen großen Freuden in den Weiten den Meeres. "Ich werde Weihnachten für mich ein bisschen zelebrieren, werde mit meiner Frau und unserer kleinen Tochter telefonieren und habe auch einige Geschenke dabei. Die Einsamkeit spürt man eher an den namenlosen Tagen. An Weihnachten weiß ich, dass Aufmerksamkeit da ist und ich mit Leuten sprechen werde", so Herrmann.

Sechs Stunden Zeitgutschrift nach Rettungsaktion

Eine vorgezogene Bescherung ergab sich schon jetzt: Weil die Teilnehmer allesamt durch ein schmales Hochdruckgebiet segeln mussten, kam es zur Begegnung von fünf Schiffen. "Wir waren teilweise in Rufweite. Es war ein toller Tag. Mal andere Menschen zu sehen, die Schiffe aus der Nähe zu sehen - man merkte, dass wir mehr Kameraden als Konkurrenten sind", schilderte der Hamburger, der von der Jury nach der Rettungsaktion für den Franzosen Kevin Escoffier eine Zeitgutschrift von sechs Stunden bekommen hat. "Das ist völlig okay. Der Notfall mit Kevin war der schwärzeste Moment dieses Vendée Globe und ich hoffe, dass nicht am Ende ein oder zwei Stunden über einen wichtigen Platz oder sogar das Podium entscheiden."

VIDEO: So feiert Weltumsegler Boris Herrmann Weihnachten im Pazifik (1 Min)

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 20.12.2020 | 22:50 Uhr

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