VIDEO: Vendée Globe: Boris Herrmanns warme Momente im Pazifik (3 Min)

Vendée Globe: Boris Herrmann zum Fest in der Flautenfalle?

Stand: 23.12.2020 12:46 Uhr

Weltumsegler Boris Herrmann liefert sich mit seinen Konkurrenten einen packenden Weihnachtskrimi. Im Südpazifik haben es die Teilnehmer der Vendée Globe mit einem hartnäckigen Hochdruckgebiet zu tun.

Ungewöhnlich milde zehn Grad und wenig Wind: Wer entkommt der Flautenfalle zum Fest und wer bleibt womöglich stecken? Auch für Herrmann, der rund 300 Seemeilen hinter dem französischen Spitzenreiter Yannick Bestaven ("Maitre Coq IV") an Position vier liegt, geht es nahe der Eisgrenze um diese Frage. Nach mehr als der Hälfte des Rennens über 24.296 Seemeilen (44.996 Kilometer) kämpft der erste deutsche Teilnehmer bei seiner Vendée-Globe-Premiere auf Kurs Kap Hoorn um seinen Platz in der Top-Gruppe.

Herrmann: Bloß nicht in der Flaute "einparken"

Mit Blick auf die flauen Prognosen für die Festtage weiß der Hamburger: "Es könnte sein, dass uns die vorderen zwei, drei Boote vor dem Hoch wegfahren und fein raus sind. Wenn Bestaven sich vor das Hoch mogeln kann, kann er 1.000 Seemeilen rausfahren und ist ziemlich sicher." Als "Schreckensszenario" beschreibt Herrmann die Gefahr für sich selbst: "Ich darf keinen groben Fehler machen, in der Flaute einparken, und die anderen fahren alle vorbei. Das Ende dieser Geschichte ist noch nicht geschrieben."

Unversehrtheit des Bootes der größte Wunsch

Die sportliche Leistung des 39-Jährigen bleibt zu Beginn der zweiten Rennhälfte stark - und übertrifft seine heimliche Hoffnung: "Ich habe es nie öffentlich gesagt, aber zu meinem Coach hatte ich gesagt, dass ich vielleicht als Siebter um Kap Hoorn gehen und mir dann noch ein, zwei Boote schnappen kann." Noch vor wenigen Tagen hatte er sich gewünscht, "dass uns an Heiligabend und bis ins Ziel kein Sturm mehr peitscht". Dieser Wunsch wird mit Flaute nun übererfüllt. Sein wichtigster Weihnachtswunsch bleibt die Unversehrtheit des Bootes: "Ich hoffe, dass mir bis zum Ende des Rennens nichts vor den Bug schwimmt und alles heil bleibt."

Bislang sind sechs von 33 gestarteten Booten ausgefallen, die meisten in Folge von Kollisionen mit umhertreibenden Objekten. Mit 18 Prozent liegt die bisherige Ausfallquote unter dem durchschnittlichen Wert aller vorherigen Auflagen (47 Prozent).

Weihnachts-Menü: Französischer Lammeintopf

Für sein Heiligabend-Menü hat sich Herrmann mit einem Cassoulet einen französischen Lammeintopf ausgewählt. Der kommt wie nahezu alle Bordnahrung aus der Tüte, ist gefriergetrocknet und wird mit heißem Wasser in ein genießbares Dinner verwandelt. Sein Umfeld dazu beschrieb er mit Blick aufs Meer so: "Gerade waren zwei Tümmler da, die um mein Boot herumschwammen. Ich sehe bleierne goldene Farben auf der wabernden See. Es ist schön."

VIDEO: So feiert Weltumsegler Boris Herrmann Weihnachten im Pazifik (1 Min)

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.01.2021 | 23:35 Uhr

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