Turner Andreas Toba © picture alliance / KEYSTONE / ALEXANDRA WEY

Turner Toba in Top-Form und voller Neugier nach Tokio

Stand: 04.05.2021 11:50 Uhr

In knapp drei Monaten starten die Olympischen Spiele in Tokio - wegen der Corona-Pandemie möglicherweise ganz ohne Zuschauer und mit einem strengen Hygiene-Konzept. Turner Andreas Toba freut sich dennoch darauf.

"Das Leben spielt nicht immer so, wie man es sich wünscht. Aber es sind die Olympischen Spiele. Und das ist für jeden Sportler das Karriere-Highlight", sagte der Hannoveraner im Sportschau-Olympia-Podcast. Ob nun London 2012 oder Rio 2016, auch vor Corona seien die Spiele jedes Mal andere gewesen: "Tokio wird nun noch einmal ganz anders. Ich bin neugierig, wie sie unter solchen Bedingungen stattfinden können."

Teaserbild für den Podcast "Der Sportschau-Olympia-Podcast" © WDR
AUDIO: Sportschau-Olympia-Podcast mit Andreas Toba (75 Min)

Wasserspringer: "Wir sind hier eingekerkert"

Wie die Bedingungen sein werden, davon können sich derzeit die Wasserspringer ein Bild machen. Sie ermitteln bei ihrem Weltcup in der japanischen Hauptstadt die letzten Startplätze für die Wettbewerbe im Sommer (23. Juli bis 8. August).

Patrick Hausding findet klare Worte: "Wir sind hier regelrecht eingekerkert, dürfen nicht einmal vor dem Hotel stehen. Es geht vom Hotel in den Bus, in die Halle - und wieder zurück ins Hotel. Frischluft ist momentan Mangelware. Von der Stadt haben wir auch noch nichts gesehen", beschrieb der Berliner die Situation vor Ort. Aber auch ihm ist klar: "Ich bin ja nicht als Tourist hier, sondern als Profisportler, der seine beste Leistung abrufen will."

Toba: "Regeln umzusetzen, wird schwierig"

Toba hat Verständnis für die strengen Maßnahmen, aber auch Zweifel, ob das im Sommer beim Riesen-Event Olympia auch reibungslos funktioniert: "Beispielsweise die Tests abzugeben, wird nicht der Punkt sein. Aber die Regeln in der Gesamtheit bei der großen Anzahl an Sportlern, Trainern und Funktionären umzusetzen, das wird schwierig."

Dass wahrscheinlich keine Zuschauer in den Hallen sein werden, ist für den 30-Jährigen kein Problem: "Natürlich fehlt der letzte Kick, der letzte Adrenalinstoß. Aber man muss halt Abstriche machen. Und wir haben ja zurzeit viele solche Wettkämpfe gehabt, und das hat sich nicht negativ auf die Leistung ausgewirkt."

Toba froh über Erstimpfung

Überhaupt sei die Situation für die Sportler im Vergleich zum Vorjahr, als die Spiele abgesagt worden waren, deutlich besser geworden. 2020 fielen Qualifikations-Wettkämpfe aus, die Trainingsbedingungen waren für alle unterschiedlich.

"Meine größte Angst war, was passiert, wenn ich zwei Tage vor dem Wettkampf positiv auf Corona getestet werde. Man darf nicht turnen, man muss in Quarantäne und die ganze Vorbereitung war umsonst." Turner Andreas Toba

"Letztes Jahr hatte ich mich auch klar für eine Verschiebung der Spiele ausgesprochen, weil einfach eine zu große Unsicherheit da war. Jetzt haben wir eine neue Normalität, alles ist planbarer als 2020", sagte Toba. Nun gebe es Hygiene-Konzepte, Tests und nicht zuletzt die Impfungen gegen Covid-19. Der Niedersachse ist bereits "erstgeimpft" und froh, eine Sorge weniger zu haben. Die Vorbereitung auf das große Ziel ist in dieser Hinsicht nicht mehr beeinträchtigt.

Medaillenhoffnung des DTB

Der 30-Jährige ist zudem in Top-Form, turnte sich jüngst bei den Europameisterschaften in Basel erstmals in seiner Karriere in ein Einzelfinale und gewann am Reck Silber - seine erste internationale Medaille. Nun blickt er voller Vorfreude auf die Spiele in Tokio, für die er sich allerdings erst noch qualifizieren muss. Mit seiner dritten Teilnahme nach 2012 und 2016 hätte Toba dann mit seinem Vater Marius (1988, 1996, 2000) gleichgezogen.

"Das ist wie Weihnachten als kleines Kind!" Toba über die Olympia-Einkleidung

Toba gilt nach dem Erfolg von Basel als Medaillenhoffnung des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Der extrem selbstkritische Sportler ("Bei der Übung im EM-Finale gab es noch einige Fehler") hat für sich persönlich allerdings ein wesentlich bescheideneres Ziel: "Ich wäre schon glücklich, wenn ich einmal einen Wettkampf turne, an dem ich nichts auszusetzen habe. Bei dem ich sagen kann, alles so erwischt zu haben, wie es besser für mich nicht geht."

Weitere Informationen
Andreas Toba mit seiner Silbermedaille bei der Turn-EM in Basel © picture alliance/KEYSTONE Foto: Georgios Kefalas

Turn-EM: Toba gewinnt Silber am Reck

Der Hannoveraner krönte damit seine überraschend starke Leistung in der Schweiz. Es ist seine erste internationale Medaille. extern

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.05.2021 | 10:25 Uhr

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