Stand: 07.07.2019 12:40 Uhr

Mixed-WM in Hamburg: Deutsche Triathleten holen Silber

Schlussläufer Justus Nieschlag hatte gerade die Ziellinie überquert, da stürmten seine drei Staffelkollegen begeistert auf ihn zu. Nach einem überraschenden zweiten Platz in 1:20:22 Stunden bei der Mixed-Weltmeisterschaft der Triathleten in Hamburg bietet die olympische Premiere dieses Wettbewerbs 2020 in Tokio plötzlich eine unerwartete Medaillenoption. "Ich wusste, dass alles für uns passen muss. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass ein solcher Erfolg möglich ist", sagte WM-Debütantin Nina Eim selbstbewusst. Die gerade einmal 20 Jahre alte Itzehoerin kam noch bei der Siegerehrung aus dem Strahlen nicht heraus, denn auch sie hatte maßgeblich zur ersten deutschen WM-Silbermedaille in dieser Disziplin beigetragen.

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Nieschlag wieder im Kommen

An einer erfolgreichen Titelverteidigung durch das Quartett aus Frankreich, das in 1:20:18 Stunden vier Sekunden vor den Deutschen ins Ziel kam, war allerdings nicht zu rütteln. Nieschlag musste im Verlauf der letzten Laufstrecke Frankreichs Topmann Vincent Luis ziehen lassen, Rang drei ging an die australische Staffel (1:20:43). Der 23-Jährige aus Lehrte durfte dennoch zu Recht stolz auf seinen Auftritt sein. "Ich hatte am Ende Blutgeschmack im Mund. Schön war das nicht. Auf der Zielgeraden habe ich realisiert, dass es zu einer Medaille reicht", sagte der Niedersachse. Dass Nieschlag nach einer langen Zwangspause wegen Achillessehnenproblemen wieder im Kommen ist, hatte sich schon mit Rang sieben im Einzelrennen am Sonnabend angedeutet.

150.000 Zuschauer machen den Unterschied

Mit einem beherzten Staffelauftritt bestätigte auch Laura Lindemann ihren siebten Platz aus dem Einzel-Wettbewerb. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen und dem Rennen des Teams. Vizeweltmeister zu sein, das ist ein tolles Gefühl", sagte die Potsdamerin, die als Startathletin Valentin Wernz (Tuttlingen) mit acht Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz ins Wasser schickte. Der Saarländer war von der Unterstützung der 150.000 Zuschauer begeistert: "Das hat schon den Unterschied ausgemacht."

Bundestrainer Faris Al-Sultan drückt auf Euphoriebremse

Mit einer derart lauten Unterstützung ist in Tokio natürlich nicht zu rechnen. Auch ein Grund für Bundestrainer Faris Al-Sultan, die aktuellen Erfolge bei aller Zufriedenheit nicht überzubewerten. "Unsere Athleten sind noch sehr jung und können nicht immer die nötigen Umfänge trainieren", sagte der einstige Ironman-Weltmeister. Auch finanziell ist die Lage der Deutschen Triathlon-Union (DTU) nicht optimal. Nach dem schwachen DTU-Abschneiden bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro wurden die Fördermittel um 30 Prozent gekürzt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.07.2019 | 19:30 Uhr