Stand: 24.04.2019 13:59 Uhr

Tennis-Ass Zverev: Ratlos in der ersten großen Krise

Zurzeit außer Form und ratlos: Tennis-Ass Alexander Zverev.

Manchmal kann die Wahrheit so einfach sein. "Ich spiele einfach schlecht, das ist kein Geheimnis." Alexander Zverev, Deutschlands bester Tennisspieler, ging nach der neuerlichen Auftaktpleite, diesmal beim ATP-Turnier in Barcelona, schonungslos mit sich ins Gericht. Es ist unübersehbar: Der Weltranglisten-Dritte aus Hamburg steckt in seiner ersten handfesten Krise. Und noch viel schlimmer: "Ich bin in einem Loch, und ich weiß nicht, wie ich herauskomme", gibt der 22-Jährige unumwunden zu.

"Ich schaffe keinen einzigen beeindruckenden Schlag"

"Ich schaffe keinen einzigen beeindruckenden Schlag, verschlage eine Rückhand nach der anderen, mache Doppelfehler", haderte er nach der 6:3, 5:7, 6:7 (5:7)-Niederlage gegen den weitgehend unbekannten Chilenen Nicolas Jarry in Barcelona. Für Zverev, der sogar einen Matchball hatte, war es das fünfte frühe Aus in Serie. Seitdem er in Acapulco (Mexiko) Anfang März das Finale erreicht hatte, verlor der Hamburger sechs von neun Matches.

Nachmeldungen in Barcelona und Marrakesch umsonst

Für Barcelona hatte Zverev extra nachträglich gemeldet, um sich über zusätzliche Matches wieder mehr Sicherheit zu holen - wie bereits zwei Wochen zuvor im marokkanischen Marrakesch. Doch wer immerzu früh verliert, erhält auch keine Spielpraxis. Und während die Pleiten zu Beginn des Frühjahrs noch mit Oberschenkelproblemen, den Folgen einer Fußverletzung oder einem Infekt und dessen Nachwirkungen zu erklären waren, gehen Zverev langsam die Argumente aus.

Alexander Zverev: Deutschlands Bester aus Hamburg

Coach Lendl meidet Europa

Zu allem Überfluss kann er Hilfe von seinem im Vorjahr verpflichteten Coach Ivan Lendl derzeit nur aus der Ferne erhalten. "Er kann im Frühjahr nicht in Europa sein, weil er starke Pollen-Allergien hat", erklärte er im Gespräch mit der "Sport Bild". Eine weitere Baustelle tut sich zudem neben dem Platz auf, wo sich Zverev im Rechtsstreit mit seinem Ex-Manager Patricio Apey befindet.

Absturz in der Weltrangliste droht

Bekommt der Hamburger seine Probleme nicht bald in den Griff, droht ihm auch in der Weltrangliste ein böser Absturz. Beim Sandplatz-Turnier in der kommenden Woche in München und dem Masters in Madrid, die er jeweils im Vorjahr gewann, sowie beim anschließenden Masters in Rom, wo er im Finale stand, hat er enorm viele Punkte zu verteidigen. Noch ist Zverev Dritter, was seinen aktuellen Leistungsstand aber nicht widerspiegelt.

Das Jahres-Ranking verrät schon jetzt, wie es um Zverevs Form tatsächlich bestellt ist. In der Qualifikation für das ATP-Finale der besten acht Spieler in London rangiert er derzeit jenseits der Top 20. Es ist jenes Event, mit dessen Gewinn Zverev Ende 2018 vermeintlich seinen endgültigen Durchbruch gefeiert hatte. Um zurück auf dieses Niveau zu kommen, muss der Deutsche wieder zurück zu seinem druckvollen, athletischen Spiel finden.

Schließlich ist das große Ziel des 22-Jährigen ein ambitioniertes: Auf die Frage wo er sich in fünf oder zehn Jahren sieht, gab der Jungstar der "Sport Bild" eine klare Antwort: "Als Nummer eins der Welt."

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Sport aktuell | 24.04.2019 | 07:25 Uhr

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