Radprofi André Greipel verpasst Sieg zum Karriere-Abschluss

Stand: 03.10.2021 16:41 Uhr

Radprofi André Greipel hat im finalen Rennen seiner Karriere einen weiteren Sieg zwar verpasst. Rang zehn beim Münsterland-Giro war für den gebürtigen Rostocker beim emotionalen Abschied aus dem Peloton aber nebensächlich.

Auf den letzten Metern seiner Karriere zog der 39-Jährige am Sonntagnachmittag symbolisch den Hut vor dem Publikum, dann fiel er lächelnd seiner Familie in die Arme. Der Sprinter hatte im 188,5 Kilometer langen Rennen rund zwei Kilometer vor dem Ziel den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Er erreichte das Ziel 1:33 Minuten hinter dem siegreichen Tour-Rekordetappensieger Mark Cavendish (Großbritannien), mit dem er sich über Jahre duelliert hatte.

"Möchte auch mal zu Hause bleiben"

Auch als Radsport-Rentner wird der Rostocker sein Rennrad nicht völlig vernachlässigen. "Radfahren macht mir weiterhin großen Spaß und ich werde meine Pumpe auch weiter hier und da gut belasten", sagte der 39-Jährige. Bereits im Sommer hatte er erklärt, dass er dem Radsport in irgendeiner Art und Weise erhalten bleibe, nur nicht als Sportdirektor. Dann wäre er wieder viel unterwegs. "Ich möchte auch mal zu Hause bleiben."

Auf Klassiker Paris-Roubaix verzichtet

Das Karriereende in Münster hatte Greipel selbst gewählt, er verzichtete dafür auf eine Teilnahme beim Klassiker Paris-Roubaix. "Mit Münster verbindet mich sehr viel. Das Rennen ist nur ein Jahr jünger als meine eigene Karriere. In Roubaix kann so viel passieren, da weiß man ja nie, ob man das Ziel auch erreicht", sagte Greipel. Eine große Party in Münster gab Pandemie-bedingt nach der Zielankunft nicht. "Das ist ein wenig traurig. Aber das kann man gerade nicht ändern."

Rad-Star engagiert sich außerhalb des Sports

Der gelernte Bürokaufmann und Vater zweier Töchter zeigte sich wieder mal als der stoische Mecklenburger, den sich Greipel bei allen Erfolgen und Höhenflügen bewahrt hat: "Ich fahre mein Rennen und will dann auch meine Ruhe haben. So bin ich halt." Und er ist jemand, der sich auch außerhalb des Sports engagiert: Greipel setzt sich für die Erforschung der neurologischen Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose ein. ALS führt aufgrund eines Niedergangs von Nervenzellen zu einer Lähmung der Muskulatur.

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Radprofi André Greipel © IMAGO / Panoramic International

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Greipel ist einer der erfolgreichsten Radsportler

Der bullige Sprinter zählt mit 158 Profisiegen zu den erfolgreichsten Radsportlern der Geschichte. Nur Eddy Merckx, Mario Cipollini, Rik van Looy und Roger de Vlaeminck fuhren mehr Erfolge ein als der heute bei Köln lebende Familienvater. Greipel gewann elf Etappen bei der Tour, sieben beim Giro d'Italia und vier bei der Vuelta in Spanien. Unvergessen sind die giftigen Duelle mit Cavendish.

Bald Treffen mit Ex-Konkurrent Kittel auf einen Kaffee

Zu seinen größten Konkurrenten zählte jahrelang auch Marcel Kittel, der bereits seit 2019 in "Radsport-Rente" ist. Kittel freut sich darauf, mit Greipel mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken. "Ich glaube, so wie er es gemacht hat, ist es richtig. Das ist ein toller Mensch, ein toller Rennfahrer. Er hat einen guten Abschluss hinbekommen", sagte Kittel.

Nach Tony Martin verliert der deutsche Radsport mit Greipel ein weiteres Aushängeschild. Der 36 Jahre alte Martin hatte seine Laufbahn in der vergangenen Woche nach der WM-Goldmedaille im Mixed-Zeitfahren in Belgien beendet.

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Rostocker Radprof André Greipel © Twitter

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Dieses Thema im Programm:

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