Stand: 07.05.2020 16:00 Uhr

Nach 60 Tagen Pause: Galopper wieder im Rennen

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Vor leeren Rängen wurden auf der Neuen Bult zwölf Galopprennen gelaufen.

Ohne Zuschauer, aber mit neuer Hoffnung hat der Galopp-Rennsport am Donnerstag in Hannover seinen Betrieb wieder aufgenommen. Nach 60 Tagen Corona-Zwangspause wurden erstmals auf der Neuen Bult in Langenhagen Rennen gelaufen. Der dreijährige Hengst More No Never unter Jockey Michael Cadeddu gewann die Auftaktprüfung. "Wir sind erleichtert und Behörden wie Rennverein dankbar, dass die Menschen in den Rennsport-Betrieben nun wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen können", sagte Michael Vesper, Präsident des Dachverbandes Deutscher Galopp.

Wichtig ist der Neubeginn, da die Veranstalter durch Wetten Einnahmen generieren und durch Rennergebnisse Einstufungen der Pferde für den späteren Zuchtbetrieb vorgenommen werden.

Galopper zurück aus der Zwangspause

Sportclub -

Aufwändiges Hygienekonzept und strengste Kontrollen bei den Geisterrennen in Hannover, aber der deutsche Galopprennsport ist nach 60 Tagen Zwangspause wieder gestartet.

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Nur wenige Personen auf der Rennbahn

Von Normalität wird der Sport  aber noch eine ganze Weile entfernt sein. Der Verband hat ein umfangreiches Hygiene- und Abstandskonzept entworfen, das von den Behörden als "sachgerecht" eingestuft wurde. Auf den Rennbahnen sind nur Personen, die für die Durchführung der Rennen notwendig sind. So sind zum Beispiel die Besitzer der Pferde nicht zugelassen. Auch die Aufenthaltszeiten werden auf das Notwendigste reduziert. Zudem muss jede anwesende Person einen Gesichtsschutz tragen, dies gilt auch für die Jockeys bei den Rennen.

Anschubfinanzierung durch private Initiative

Trotzdem schwingt bei den Verantwortlichen auch Optimismus mit, wenn sie auf den Wiederbeginn blicken. Dies hat auch mit einer kräftigen Anschubfinanzierung zu tun.

Die dem Rennsport eng verbundenen Christian Sundermann, Lars-Wilhelm Baumgarten und Guido Schmitt hatten gewettet, dass sie 100 Leute zusammen bekommen, die in den ersten 227 Rennen nach dem Neustart jeweils 50 Euro auf Sieg setzen. Nach nur einer Woche wurde das Ziel erreicht, der ehemalige Fußball-Profi und Pferdeliebhaber Klaus Allofs machte die 100 voll. Bis zum ersten Start in Hannover-Langenhagen hatten sich 118 Personen oder Tippgemeinschaften angemeldet.  

Der Geldregen von insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro tut der kriselnden Sportart gut. "Wir sind begeistert. Chapeau und ganz herzlichen Dank den drei Initiatoren und allen, die sich zum Mitmachen entschlossen haben. Wir wissen das sehr zu schätzen", sagte Jan Pommer, Geschäftsführer des Dachverbandes Deutscher Galopp.

Gute Umsätze erwartet

Denn trotz des Neustarts auf der Neuen Bult stecken die Rennvereine in schwierigen Zeiten. Die fehlenden Zuschauereinnahmen an den Geisterrenntagen reißen ein Loch in die ohnehin nicht prall gefüllten Kassen, zudem gestaltet sich die Sponsorensuche in der Coronakrise schwierig. Die Rennpreise wurden als Konsequenz halbiert.

Dennoch besteht in dem schon zweimal verschobenen Neustart auch eine Chance. Der Sportwettenmarkt liegt derzeit brach, das wird sich bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga auch nicht ändern. Daher hofft der Dachverband auf gute Umsätze, der nächste Renntag findet bereits am Freitag in Köln statt.

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Sportclub | 10.05.2020 | 22:30 Uhr

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