Stand: 21.01.2019 08:45 Uhr

Melbourne: Zverev enttäuscht und fliegt raus

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Alexander Zverev ließ seine Wut über die schwache Leistung am Schläger aus.

Alexander Zverev ist nach einer lange Zeit enttäuschenden Vorstellung als letzter deutscher Tennisprofi bei den Australian Open ausgeschieden. Der Weltranglisten-Vierte aus Hamburg verlor am Montag im Achtelfinale 1:6, 1:6, 6:7 (5:7) gegen den Kanadier Milos Raonic. Damit verpasste Zverev die Revanche für das verlorene Wimbledon-Achtelfinale gegen Raonic vor anderthalb Jahren und muss weiter auf den Einzug in sein zweites Grand-Slam-Viertelfinale warten. Am Sonntag war als letzte der deutschen Damen Angelique Kerber nach einer ähnlich schwachen Vorstellung ausgeschieden." Als ich das Match angefangen habe, wusste ich, dass es ein schwerer Tag wird", sagte Zverev. "Es gibt solche Tage einfach, man hat es schon bei Angie gesehen. In den ersten zwei Sätzen hatte ich keine Ahnung, wie man einen Tennisball überhaupt ins Feld spielt."

Ausraster im zweiten Satz: Schläger zertrümmert

Dabei hatte die Partie gegen Raonic ganz nach Zverevs Geschmack begonnen. Dem 21-Jährigen gelang sofort ein Break - aber danach brach er völlig zusammen. Nach den ersten fünf Spielen warf er zum ersten Mal frustriert seinen Schläger. Nicht ein einziges Aufschlagspiel gewann der Sieger der ATP Finals im ersten Satz, zwölf Breakchancen erlaubte er Raonic, der drei davon nutzte. Ende des zweiten Satzes rastete Zverev dann aus und zertrümmerte seinen Schläger. "Das hätte ich vielleicht nach dem ersten Satz machen sollen. Dann wäre es vielleicht anders gelaufen. Irgendwann muss man alles rauslassen", meinte Zverev. Denn immerhin fand der Hamburger nach dem Ausraster etwas besser in die Partie und war Raonic im dritten Satz ein ebenbürtiger Gegner. Aber es reichte am Ende nicht.

Raonic nutzt vierten Matchball

Zwar wehrte Zverev beim Stand von 4:5 im dritten Durchgang noch Raonics erste Matchbälle ab und führte im Tiebreak 4:2, verpasste jedoch die Wende. Zehn Doppelfehler und zahllose Unkonzentriertheiten waren an diesem Tag in Melbourne zu viel. "Dass ich in den Tiebreak gekommen bin, war wie ein Wunder. Ich glaube nicht, dass ich das Match trotzdem gewonnen hätte", sagte Zverev. Raonic nutzte am Netz nach 1:59 Stunden Spielzeit seinen vierten Matchball und zog verdient in sein zweites Australian-Open-Viertelfinale ein. "Ich habe unglaublich gespielt und habe viele Dinge sehr gut gemacht", freute sich der Sieger. "Ich wollte ihn aus dem Gleichgewicht bringen." Das ist dem Kanadier in der Tat gelungen.

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Sport aktuell | 21.01.2019 | 08:45 Uhr