Stand: 24.06.2019 15:07 Uhr

Kieler Woche: Segelstars, Titel und viel Spaß

von Frauke Hain

Deutschland, Dänemark oder Neuseeland - in der schnellen 49er-Klasse wird es ab Mittwoch spannend. Denn nach Kiel-Schilksee kommen die Superstars der internationalen Segelszene: Peter Burling und Blair Tuke. Wo sie auftauchen, sind sie die Favoriten. Die Stars aus Neuseeland sind eine Klasse für sich. Bei den Olympischen Spielen in London gewannen sie Silber - vier Jahre später in Rio gab es Gold. Dazwischen - von 2013 bis 2016 - holten die beiden alle vier WM-Titel und gewannen 27 Regatten in Serie. Außerdem war Burling der jüngste Skipper aller Zeiten, der 2017 mit seinem Team den Amercia's Cup gewonnen hat. Es folgte die Teilnahme am Ocean Race und ein dritter Rang. Die Erfolgsliste des 27-jährigen Ausnahmeseglers ist nahezu endlos.

Spannung im 49er

Gegen Burling und Tuke treten mit den beiden Kielern Justus Schmidt und Max Boehme die Europameister von 2015 an. Die Kieler Woche haben sie bislang einmal gewonnen. Außerdem starten die beiden Hamburger Tim Fischer und Fabian Graf. Sie sorgten bei den Weltmeisterschaften in Arhus mit ihrem dritten Platz dafür, dass auf jeden Fall ein deutsches Boot bei den Olympischen Spielen in Tokio im nächsten Jahr mit dabei sein wird. Die beiden deutschen Teams treffen auf die Neuseeländer und die Vorjahressieger aus Dänemark Jonas Warrer und Jacob Jensen. Mit Erik Heil und Thomas Plößel fehlen die Olympiadritten von Rio, da Heil sich um sein Physikum kümmern muss.

Offshore-Segeln und Foilen

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Der Nacra 17 ist ein Katamaran, der bei Topspeed bis zu 25 Knoten erreichen kann. Das Boot wird immer gemischt von einer Frau und einem Mann gesegelt.

Als erstes internationales Segelevent bietet die 125. Kieler Woche mit der "Double Hand Offshore Challenge" eine Regatta, die weitestgehend dem neuen olympischen Format "Mixed Double Hand Offshore" entspricht. Dabei segeln gemischte Zwei-Personen-Teams Distanzen zwischen 30 und 600 Seemeilen. Außerdem gibt es in Schilksee verschiedene Foiling-Boote zu bestaunen. Mit diesen Tragflächen können die Segelboote in hohem Tempo quasi über das Wasser fliegen. Unter anderem mit dabei ist der Katamaran der Olympischen Klasse Nacra 17, der auch von einem gemischten Team mit einer Frau und einem Mann gesegelt wird. Die frisch getaufte Rennyacht "Einstein" wird nach der Eröffnungsregatta an keiner weiteren Kieler-Woche-Regatta antreten. Wer Glück hat, kann das 60 Fuß lange Boot, das am nächsten Ocean Race teilnehmen möchte, in Schilksee aber noch sehen.

Schilksee: Blick auf die olympischen Segelklassen

Tokio im Blick: Nach der KiWo geht es um alles

Für die deutsche Nationalmannschaft zählt während der Kieler Woche vor allem das heimische Wohlgefühl und der Spaß. Die Regatten sind zwar mehr als ein Training - liegen aber zwischen Worldcup's, Europa- und Weltmeisterschaften. Nach der Kieler Woche wollen sich viele deutsche Segler noch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und das vorolympische Testevent qualifizieren.

Das ist auch der Grund, warum bei den Laser-Seglern die großen Namen in diesem Jahr fehlen. Vor allem die WM ab Anfang Juli liegt zu dicht dran. Deshalb fehlt auch der fünfmalige Kieler-Woche-Sieger und Titelverteidiger Philipp Buhl. Dünner als gewohnt sieht es auch in einigen anderen Olympiaklassen aus. Die Regatten der 470er mussten mangels Meldungen sogar für Männer und Frauen abgesagt werden.

Regattasegeln: Die Regeln einfach erklärt

Segelsport erlebbar an Land: Public Viewing

Im Olympiahafen Schilksee können Interessierte Segeln live erleben: Die Regatten werden auf einer großen Leinwand übertragen und von Experten aus der Szene moderiert. Die Live-Moderation und Siegerehrungen auf der Bühne sollen ein echtes Erlebnis sein, verspricht der Veranstalter.

NDR Schleswig-Holstein 18:00 sendet täglich live aus Schilksee - in 15 Minuten gibt es die Highlights vom Tag. Vom Aussichtspunkt beim Olympiafeuer in Schilksee können die Regatten mit Ferngläsern auch live beobachtet werden. Ferngläser dafür werden vor Ort verliehen.

Segeln ist - von außen betrachtet - oft ein Buch mit sieben Siegeln. Doch so kompliziert ist es gar nicht. Auf dem Regattakurs gibt es eine Start- und Ziellinie sowie veranckerte Tonnen und Tore, die um- und durchsegelt werden müssen. Ein Signal kündigt den Startschuss an, dann wird ein Countdown runtergezählt. Erst nach Ablauf des Countdowns erfolgt der Startschuss. Dann darf die Startlinie überquert werden und die Boote machen sich auf den Weg zur ersten Bahnmarke. Da man nicht gegen den Wind segeln kann, gelangen die Segler nicht auf direktem Weg zur ersten Tonne. Sie segeln einen Zick-Zack-Kurs.

Der Regattakurs wird üblicherweise mehrere Runden gesegelt, bevor die Boote die Ziellinie überqueren. Je nach Länge des Kurses und Windgeschwindigkeit kann das bis zu 90 Minuten dauern. Für das erste Boot wird ein Punkt vergeben - je schlechter die Platzierung ist, desto mehr Punkte werden vergeben. Insgesamt besteht eine Regatta aus bis zu 16 einzelnen Rennen. Wenn mehr als fünf Rennen gesegelt werden, wird das schlechteste Ergebnis gestrichen. Am Ende werden alle Rennergebnisse addiert - wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt die Regatta.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein 18:00 | 24.06.2019 | 18:00 Uhr