Hamburg Towers: In aller Bescheidenheit zum Erfolg

Stand: 28.03.2021 13:59 Uhr

Erst Meister und Pokalsieger Alba Berlin bezwungen, nun auch noch Bayern München besiegt: Die Bundesliga-Basketballer der Hamburg Towers sind auf Play-off-Kurs. Für die Hanseaten kein Grund, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

"Wie erwartet war das ein sehr harter Kampf", sagte Trainer Pedro Calles nach dem 91:86-Überraschungssieg nach Verlängerung gegen die Bayern nüchtern in die Mikrofone. In der entscheidenden Phase habe man ein paar wichtige Dreier getroffen, fügte der Spanier hinzu. "Wir wussten, dass Bayern München das beste Crunchtime-Team in Europa ist, daher mussten wir im letzten Viertel und in der Overtime besonders fokussiert sein." Dass dies gelang, lag auch an der kräftezehrenden Defensivleistung seines Teams. "Ich bin extrem stolz auf meine Spieler", ließ sich Calles noch entlocken. 

Erst Alba, dann die Bayern besiegt

Dabei hätten die Hamburger allen Grund zur Euphorie. Die Münchner waren bereits der zweite große Brocken binnen weniger Tage, den die Hanseaten aus dem Weg geräumt haben. Erst am Dienstag hatten die Hamburger in der heimischen Inselparkhalle im Nachholspiel mit 90:75 über Meister und Pokal-Champion Alba Berlin triumphiert. "Ich weiß nicht, welchen Mannschaften das binnen einer Woche gelungen ist", sagte der Sportdirektor des Basketball-Bundesligisten, Marvin Willoughby.

In ihrer Premierensaison profitierten die Towers auf dem Weg zum Klassenerhalt vom Saisonabbruch wegen der Corona-Pandemie. Nach 24 Spielen haben die Towers, die nun seit fünf Spielen ohne Niederlage sind, nun bereits sogar rechnerisch die Klasse gehalten.

Hohe Belastung für die Spieler

Die Zurückhaltung mag auch darin begründet liegen, dass die Erfolge mit einer hohen Belastung einzelner Profis einhergehen und angesichts des dünnen Kaders noch zum Problem im Saisonendspurt werden könnten. So standen Maik Kotsar, der gegen die Bayern mit 20 Punkten, 14 Rebounds und drei Vorlagen eine überragende Partie ablieferte, Kameron Taylor und Terry Allen jeweils mehr als 40 Minuten auf dem Platz, T.J. Shorts und Jordan Swing, der mit 21 Punkten bester Werfer war, kamen auf knapp 30 Minuten. "Die Spieler haben nun eine Woche Zeit, sich zu regenerieren", sagte Willoughby.

Drei Spiele binnen sechs Tagen

Diese Zeit werden die Spieler auch dringend benötigen, denn die kommenden Spiele haben es in sich. Für die Norddeutschen stehen drei Partien binnen sechs Tagen auf dem Programm, allesamt auswärts. Am Ostersonntag gastieren die Towers in Bamberg, am folgenden Mittwoch in Vechta - den Abschluss bildet die Reise am 10. April zu Alba Berlin zum Rückspiel. Spätestens danach wird sich zeigen, ob die Towers ihren bisherigen Play-off-Rang sechs halten können.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.03.2021 | 19:30 Uhr

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